Auf zum ewigen Frieden
und zu Musikalischer
Auftakt: Vorwort Ohne dies jemals so
gewollt zu haben, bekam ich während meiner langjährigen
Laufbahn an einer Bildungsanstalt für Jugendliche in
Serie praxisnahe Kompakt- und Intensivkurse in Sachen
Macht und Gewalt verpasst (jede Menge "negative
learning") und durfte kurz vor dem Abgang beim
selben Instruktor in einem Abschlußkurs diese wenig
erfreulichen Themen in Aufsätzen - wie z. B. in der
Erörterung von B. Brechts "Geschichten vom Herrn
Keuner: Maßnahmen gegen die Gewalt" - theoretisch
abhandeln, die der Lernzielkontrolle wegen ausführlich
diskutiert und dann beurteilt wurden. Theorie und Praxis
haben sich, so könnte man spotten, prima ergänzt. Da
ich zu diesen Themen auch persönliche Gedanken und
Meinungen äusserte, bin ich ganz nebenbei vom Instruktor
auch noch ausgeforscht worden (man nennt das auch
"cold reading"), in wieweit ich über die
ungerechte und unfaire, damals aber gängige
Alltags-Gewalt-Praxis reflektieren konnte. Freilich sind
Fortgeschritten- und Expertenkurse dieser Art an den
Universitätsfakultäten, die ich besucht habe,
weitergeführt worden. Neben vielen anderen sind auch
diese sonderbaren, problematischen und aufgezwungenen, m.
E. vollkommen unnötigen, weil überflüssigen
Negativ-Erfahrungen Ursache für die nachfolgenden
Zeilen, in denen sie dargestellt, analysiert und in
positive Ideen und konstruktive Vorschläge transferiert
werden. Ich schreibe im folgenden einfach "frei von
der Leber weg": genauso, wie Marion Gräfin Dönhoff
Authentizität definierte: "... Echt sein, sich
nicht vom Zeitgeist oder den Werbeagenturen stilisieren
lassen, keine Konzessionen an Publikum, Mode oder
Karriere machen, ohne Furcht sein, eigenen Maßstäben
und Intuitionen folgen...." Anlass für die
nachfolgenden Zeilen war der Gesamteindruck bei meiner
Teilnahme am Dokumentarfilm "Menschliches
Versagen" (2008), in dem es um die Problematik
straffreien Auslebens und hemmungslosen Profitierens von
verschiedenen Varianten verwerflicher Gewaltanwendung in
einem Unrechtssystem ging. Wegen der bedauerlicherweise
essentiellen gesellschaftlichen Bedeutung dieser Themen
halte ich es für meine sittliche Pflicht, auch als
Naturwissenschaftler mich nach gründlicher geistiger
Auseinanderzusetzung dazu konkret zu äussern; im
Gegensatz zu den vielen vielen anderen, die der Feigheit,
des Opportunismus und der Karriere wegen dazu öffentlich
gar nichts sagen. Freilich stelle ich mich der großen
Verantwortung, die jeder Wissenschaftler hat; die z. B.
von den Göttinger Sieben am 18.11.1837 wegen der
Unzumutbarkeit staatlicher Willkür und von den
Göttinger Achtzehn am 13.04.1957 wegen der Gefahr des
atomaren overkills - vom Schriftsteller Friedrich
Dürrenmatt im Drama "Die Physiker" (1962)
bestens thematisiert - wahrgenommen wurde. Vorbildlich
das couragierte Schreiben aus dem Jahr 1945 von Lise
Meitner an Otto Hahn, in dem sie ihm unfrisiert die
Leviten liest: er trage ganz gewiss Mitschuld an den
Gräueln des Zweiten Weltkrieges wegen Passivität,
Unfairness und Opportunismus (In: Bollmann, S. 2008:
Frauenbriefe aus fünf Jahrhunderten. Seiten 133-134. E.
Sandmann Verlag, München). Auch die Nobelpreisträger A.
Einstein, R. Willstätter und H. Wieland zeigten mit
ihren Lebenswegen klar auf, wie essentiell wichtig es
ist, als Wissenschaftler zur rechten Zeit Zivilcourage zu
zeigen, wenn es um den Erhalt von Humanität, Moral und
Fairness geht. Leider gibt es nur wenige eingeschriebene
Gesellschaften (wie z. B. die Pugwash-Bewegung), die sich
mit dem großen Themenkomplex "Gesellschaft,
negative Aggression, Wissenschaft, Technik, Fortschritt,
Ökonomie, Ökologie, Moral, Globalfairness &
Verantwortung" befassen. Freilich stehe ich zu
meinem politisch völlig unkorrekten Verhalten, weitab
vom unpolitischen mainstream in der sogenannten
"Konsensgesellschaft". Denn wenn so viel
danebengegangen und Dasein absichtlich so gefährlich und
riskant gemacht worden ist, dann kann man gerade als
Wissenschaftler nicht mehr arrogant im Elfenbeinturm
thronen, sein akademisches Steckenpferdchen reiten und
seelenruhig dabei zusehen, wie sich draussen ein
Zeitfenster nach dem anderen irreversibel schließt: wie
z. B. im universitären Sonderforschungsbereich
"Wissensspeicher des Mittelalters / der Frühen
Neuzeit", in dem den sich wandelnden Techniken und
Formen der Wissenserschließung, -aufbereitung,
-archivierung und -vermittlung zwischen 1500-1800
nachgegangen wird; sicher ein sehr braves, hochgelehrtes
und besonders löbliches, aber in weiten Teilen schon
längst abgegrastes Unterfangen, das aber die aktuellen
Probleme garantiert nicht bessern kann und der Zaungast
sich verwundert fragt, ob es nicht wichtigeres zu
forschen gäbe auf dieser für den Steuerzahler teuren
und derzeit weitgehend nutzlosen "Insel der
Glückseligen". Ganz bewusst schreibe ich in
diversen Abschnitten polemisch, also "in der Sprache
des Feuers". Freilich stehe ich auch zu all den
Felern und Widersprüchen, die in den nachfolgenden
Zeilen zu lesen sind, die mir angekreidet und vorgeworfen
werden können; sie entstanden auch deshalb, weil ein
Naturwissenschaftler sich auf
sozoilogisch-politisch-philosophisches Terrain gewagt hat
und anfing, seinen Inneren Monolog samt all seinen
Widersprüchlichkeiten als Entwurf eines geistigen
Testaments öffentlich schriftlich kundzutun. Ich
schreibe auch, weil ich seit Jahren in große Sorge
gerate, sobald ich das Weltgeschehen zu betrachten
beginne. Freilich sehe ich nachfolgende Zeilen auch als
detaillierte, an alle gerichtete, freiwillige
Selbstauskunft über mein grandioses Nichtwissen; macht
nix, tat nix und tut nix. Ob in den nachfolgenden Zeilen
jemals "Wahre Sätze" im Sinne Ernest
Hemingways zu finden sein werden, mag da- oder vielleicht
dorthingestellt sein und kann getrost bezweifelt werden.
Es ist mir auch egal, wenn der, der versucht, beim besten
Willen die Wahrheit zu schreiben, ganz schnell erwischt
wird. Im folgenden wird
der Begriff Gewalt (Der Brockhaus Philosophie 2009:
143-144, 2. Auflage) in einer erweiterten Bedeutung
vorgestellt: es ist traurig und sehr schade, dass
Gewaltanwendung dauerhaft notwendig ist, um leben, d. h.
nur ein wenig dasein zu können: bei jedem Schritt über
Wiesen- und Waldboden werden ungezählte Insekten und
Kleinstlebewesen zertreten und zerquetscht ("Hoppla,
jetz kim I"; "Weg do. Mia san mia und mia san
hoid do"). Jedes Gebäude, jede Ackerfläche, jedes
Industrie- und Bergbauareal, jede Straße, jeder
Flughafen, jede Autobahn, jede Stadt verdrängt zahllose
andere tierische oder pflanzliche Lebewesen sowie Teile
der eigenen Spezies Mensch (Selbstverdrängung). Jeder
Atemzug nimmt anderen höheren Lebewesen ein Quantum
Sauerstoff. Jede mit Agrardiesel oder fossilen
Brennstoffen erzeugte motorgetriebene Kraftwirkung
(Kraftrad, Auto, Laster, Flugzeug, sonstige Maschine)
verringert die Ressourcen für mögliche Nachkommen und
trägt zum Klimawandel bei. Jeder selbst erzeugte oder
gekaufte Bissen Nahrung bedingt Nachteile für andere
bzw. den Tod anderer tierischer oder pflanzlicher
Lebewesen und fehlt später. Trotzdem bekommt man
regelmäßig Appetit auf tierische und/oder pflanzliche
Produkte: und wie sie schmecken, wenn der Hunger da ist,
man Witterung aufnimmt, der Speichel zu fließen beginnt,
man sich in rücksichtsloser Gier auf die Beute stürzt
und selbstvergessen und herzhaft reinbeißt. Erst kommt
das Fressen, und dann vielleicht ein bischen Moral, wenn
alle satt geworden sind und sie alle wieder genug Platz
haben. Luftdicht und steril verpackte Teile toter Tiere
und Pflanzen werden so nach ihrer Zubereitung appetitlich
präsentiert, wanden von deh Zähnen zerkleinert in die
Mägen und werden weiter verdaut und verwertet. Mit der
z. T. gefährlichen, ekligen, langwierigen und
anstrengenden Nahrungsherstellung (Aufzucht, Jagd,
Selektion, Töten, Schlachten, Ausweiden; Säen,
Bestellen, Bewässern, Ernten) muss sich wegen heutiger
arbeitsteiliger Organisation der Verbraucher in den
meisten Fällen nicht mehr befassen, und dann schmecken
ihm die Produkte noch besser. Jeder aktive Eingriff des
Menschen in die belebte oder unbelebte Natur ist Gewalt.
Jede Entstehung eines weiteren Lebewesens steigert den
Verbrauch an Ressourcen, die später fehlen werden. Es
irritiert und verstört, dass Leben nur auf Kosten
anderer Leben sowie der Besetzung und dem Verbrauch ihrer
Lebensräume möglich ist; man wird - und das mit
unvorstellbarer Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit
- implizit schuldig am Tod oder der
Verhinderung/Entwicklung anderen Lebens: man isst ja nur,
weil man - ohne das gewollt haben zu können - in die
Welt geschmissen wurde und seitdem selbst unbedingt
möglichst lange und möglichst gut leben möchte. Das
ist weder beruhigend noch ästhetisch, sondern nur
peinlich und demütigend; von dieser Seite her betrachtet
erscheint es unmöglich, sich des Lebens zu erfreuen,
weil das eigene Leben den Tod und/oder die Verhinderung
vieler anderer Leben bedeutet. Der Alles- und Oberfresser
Mensch kann niemals die Krönung der Schöpfung gewesen
sein. Das zum Leben notwendige Dasein der Nahrungskette
und das Leben in und mit ihr kann man nur dann ertragen,
wenn größte Empfindsamkeit, Verantwortlichkeit,
Nachdenklichkeit und Sorgfalt die Lebensweise bestimmen.
Leben und gelebt werden; fressen und gefressen werden;
verdrängen und verdrängt werden, verbrauchen und
verbraucht werden, töten und getötet werden: diese
unerhörte Normalität des Brutalen, diese irritierende
Notwendigkeit des Grausamen, diese natürliche und
grauenvolle Grundvoraussetzung zum Lebendigsein -
euphemistisch als funktionierende Nahrungskette
bezeichnet - ist zutiefst unästhetisch, grässlich,
blutig-roh und muss letzter Grund sein für die
Komplementarität von Leben und Tod. Leben kannibalisiert
sich im Malstrom der Nahrungskette seit Milliarden Jahren
selbst, um weiterzubestehen, aber auch, um sich
anzupassen und sich zu entwickeln. Es ist eine Aporie,
ein auswegloses Dilemma, dass Leben ohne ein Minimum an
notwendiger natürlicher Gewaltanwendung nicht führbar
ist. Verzichtet man auf dieses Minimum, landet man bei
der Karl-Valentinischen Selbstverhinderung: man
verhungert oder man wird gefressen. Die gewaltfreie
Alternative zum lebendigen Dasein ist nur die Abwesenheit
alles Lebendigen. Das einzig tröstlich Positive, was von
dieser Global-Makabrität alles Lebendigen - diesem
unendlichen Gewalttanz - eine Zeitlang bleibt, ist -
scheinbar widersprüchlich - Kultur, Intellekt,
Entwicklung, die erworbenen Fähigkeiten, Probleme
friedlich und positiv zu lösen sowie ästhetischer Sinn.
Die Grundvoraussetzung zum Am-Leben-Bleiben, das
permanente Grauen des Fressen-und-Verdrängen-Müssens
anderen Lebens, stellt eine kaum beachtete - weil
verdrängte -, dafür aber überwältigend große
moralische Verpflichtung dar. Nach diesem Sachverhalt
kann keine Rede mehr sein von einem "Geschenk des
Lebens". Auch der Begriff Friede erscheint - ausser
im Zusammenhang mit dem Begriff Friedhof - unter diesem
Aspekt absurd; es erstaunt und überrascht positiv, dass
er dennoch gedacht werden kann und manchmal auch
angestrebt wird, wenn für alle wieder Energie und genug
zum Essen da ist. Wie wenig genannte moralische
Verpflichtung geachtet wird, zeigen die hohen
Stellenwerte von Materialismus, Egoismus und vom Denken
an die Ausschaltung der Konkurrenz. Der zornige Aufschrei "Nie wieder!" und der Warnruf "Wehret den Anfängen!" (Ovid) dürfen sich nicht nur auf wenige große Gewalt-Themen wie den Krieg oder die Abwehr roter, brauner, korrupter und wirtschafts-, medien- sowie gefälligkeitsdiktatorischer Systeme beschränken: - nie wieder darf
entsprechendes geschehen, dass der 16-jährige Schüler
Thomas M. sich nach Erhalt einer schlechten Note im
Schulfach Englisch das Leben nahm (Münchner Merkur Nr.
33/34, Seiten 11/10, 10./11.02.2011); Es geht im
folgenden um Gewaltausübung des Menschen gegen seine
Mitmenschen. Einige der Gegebenheiten, strukturellen
Eigenschaften, Verhältnisse, Gewichtungen,
traditionellen Wertvorstellungen und gedanklichen Treiber
in den Komponenten seines Systemkonglomerats verleiten
immanent zur Anwendung anthropogener verwerflicher
Gewalt: Soviel zur strukturellen Gewalt, zu der es freilich noch viel mehr zu sagen gäbe. Zusammengefasst bleiben die Haupttreiber Steigerungs-, Konformitäts- und Selektionszwang ad infinitum sowie Manipulation, Vorteilnahme und Unterdrückung um jeden Preis. Diese Treiber, die Hauptbestandteile verwerflicher anthropogener Gewalt, sind seit Menschengedenken todtraurige, scheinbar konstant präsente Alltagserscheinungen. Befehlsketten -
implizite Strukturen in den obligatorisch hierarchisch
strukturierten Organisationen von Gemeinschaften (ein
literarisch bestens verarbeitetes Beispiel hierfür ist
"Der Process" von Franz Kafka) - und technische
Apparate erleichtern, verstärken, fokussieren und
beschleunigen wegen ihrer Distanzierungs-,
Automatisierungs-, Anonymisierungs-, Robotisierungs-,
Potenzierungs- und Entpersonalifizierungseffekte die
Anwendung von Macht. Das ist fatal. Beispiel:
Computergestützte Fernlenktechnik, die mittels Drohnen
(Reaper - Sensenmann) GPS-gesteuerte Bomben metergenau
ins Ziel setzen und die Wirkung der Aktion per Video in
die Zentrale funken (siehe auch GEO 01: 61-62, 2012). Der Text wendet sich gegen verwerfliche Gewalt jeder Art sowie gegen Grausamkeit, Fundamentalismus und Extremismus und damit verknüpfte individuelle und organisierte Manipulation (letzteres ist bestens beschrieben in A. Elter 2005: Die Kriegsverkäufer - Geschichte der US-Propaganda 1917-2005), Dummheit und Lügerei; es wird dazu aufgerufen, mehr Vernunft, Humanität, Zivilcourage, Emphatie, Verantwortlichkeit, Ausgeglichenheit, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit, Fairness und kritisch-begrenzte Toleranz zu leben. Nur so wird vertrauliches und friedliches Beisammensein wieder erreichbar und dauerhaft. Ich stimme nicht mit den Ansichten des Philosophen John Gray und des Medientheoretikers Norbert Bolz überein, dass Humanität nur ein Aberglaube sei (DER SPIEGEL Nr. 9: 136-140; 2010) und "Geld funktionaler Ersatz für unmöglich gewordene Ideen des Humanismus" geworden sein soll. Da es Einrichtungen für Wissenschafts- und Technikfolgeforschung gibt, denke ich nicht, dass die Philosophie tot ist, weil sie angeblich mit den neuesten Erkenntnissen in den Wissenschaften nicht mitgehalten hat (S. Hawking & Mlodinow 2010: 11: Der große Entwurf). Freilich diskutieren Philosophen wie B. Kanitscheider und seine Kollegen z. B. in "Zeitschrift für allgemeine Wissenschaftstheorie" und "Philosophia naturalis" die Folgen dieser Erkenntnisse für den Menschen. Tradierte,
implementierte Gewalt: Impliziter Zwang und immanente
Gewalt im System einer Weltanschauung: Stellvertretend für sehr viele Erziehungsbefohlene - ehemalige, derzeitige und zukünftige - mache ich mittels Schilderung traumatischer Erlebnisse deutlich, welch schädliche Wirkung die programmatische Multiplikation und Verbreitung pädagogischer Inhalte hat, die aus Erzählungen über gewaltsame und grausame Handlungen bestehen und die keine vernünftige und logisch nachvollziehbare Vermittlungsnotwendigkeit erkennen lassen; vorgetragen von authorisierten Vertretern von Bildungsinstitutionen und von einer weltanschaulichen Organisation. Die entsetzliche, singulär beschämend lange Liste anthropogener Gewalteruptionen mit Todesfolge - die ich nach meinen in ca. dreißig Jahren gemachten Erfahrungen und erhaltenen Eindrücke in deutschen Erziehungs- und Bildungseinrichtungen hier allesamt als Kreuzigungen im übertragenen Sinne interpretiere - ist selbstverständliches und grundsolides Argument gegen die Existenz einer übergeordneten Institution, die angeblich das Weltgeschehen gütlich und weise steuert; und implizit gegen die nur für den eigenen Vorteil erfundenen und Milliarden anderen gewaltsam aufgedrängten Macht-, Geltungs- und Herrschaftsansprüche ihrer selbstinthronisierten irdischen Vertreter, die seit gut 17 Jahrhunderten "Das Böse" nicht erklären und erst recht nicht aus der Welt schaffen können und wollen, sondern nur davon reden. Die Faktoren Gewalt, Zwang und Leid können nicht Teile eines großartigen Schöpfungsplans einer vernünftigen und gutmeinenden überirdischen Institution gewesen sein. Der im September 2011 vom Oberinterpreten des angeblich Allmächtigen geäussete Punkt, Gott lasse dem Menschen die Entscheidungsfreiheit, Böses zu tun, ist reine Spekulation und Ausflucht. Das gebetsmühlenartig vorgebrachte Pseudoargument der "Unerklärbarkeit des Willen Gottes" ist nichts anderes ist als ein verharmlosender Ausdruck für supreme Despotenwillkür und zudem ein ungültiger, weil nur trivialer und billiger Allgemeinplatz. Es ist seiner vollkommenen Unverständlichkeit und monströsen Irrationalität wegen zutiefst erschütternd und unfassbar, dass sich so viele Menschen über so lange Zeit mit so etwas Geringem wie nur primitiv-simpler Willkür - das ist nichts anderes als beliebiges Gewähren von Gnade oder Ausführen von Terror - haben abspeisen lassen, weil sie glaubten, in der Unterwerfung einen vermeintlichen Vorteil, nämlich ihr Seelenheil im Jenseits, zu finden. Willkür bedeutet zudem vollständiges Ignorieren der Bedürfnisse, Äusserungen und Reaktionen von Mitmenschen; infolgedessen wird mit ihnen wie mit Sachen verfahren. Willkür bedeutet somit Versachlichung von Menschen bzw. Untergebenen. Das ist vollendete Unmenschlichkeit. Freilich lasse ich jeder Person ihre Weltanschauung, solange sie diese maßvoll und nicht extremistisch lebt: mit ihr nicht aggressiv wirbt, sie anderen nicht aufzwingen möchte, sie nicht als "Argument" für das Ausgrenzen oder gar Morden "Ungläubiger" missbraucht sowie andere und sich selbst damit nicht unterdrückt, ausbeutet und aus der Wirklichkeit drängt. Für die Folgen aller seiner Entscheidungen und Handlungen sowie die sich sowohl unmittelbar als auch langfristig daraus ergebende Qualität und Beständigkeit des Daseins, Zusammenlebens und Koexistierens zeichnet einzig der Mensch verantwortlich; wer denn sonst; niemand anders steuert als nur der Mensch; und nur er ist für alles verantwortlich. Alleine auf sich selbst geworfen wird er sein Dasein nur dann dauerhaft friedlich gestalten können, wenn er selbst, wie Friedrich Nietzsche in "Also sprach Zarathustra" feststellte, die negativen, weil verwerflichen Seiten seiner Aggressivität und Irrationalität überwunden, endgültig abgelegt und dritter Klasse begraben hat. Nach C. De Duve (Die Ursünde 2010) ist sein an der natürlichen Selektion - eine kurzsichtige Handlungsweise, weil sie meistens sofortigen Nutzen statt langfristigen, nachhaltigen Vorteil anstrebt - orientiertes Handeln dabei das größte Problem. Die am dauerhaften Vorteil und Nutzen für alle ausgerichteten Handlungsweisen kann der Mensch nur durch mühsames Erlernen in den Griff bekommen, weil in seiner Genetik dazu kein Programm angelegt ist. Wenn seine Art überleben will, wird sie in diesen sauren Apfel beissen müssen, indem sie es lernt. Das nun folgende ist sorgfältig recherchiert und wohl begründet. Der Text enthält mehrere drastische Passagen. Wer die seelisch nicht verkraftet, möge bitte diese Absätze überspringen oder die URL wechseln; niemand muß das lesen: im Gegensatz zu eigenen traumatischen Erfahrungen will ich niemanden zwingen, solche Inhalte aufzunehmen, die sensiblen Menschen möglicherweise den Rest ihres Lebens Probleme bei der mentalen Bewältigung bereiten. Zudem empfehle ich nur denen im Text fortzufahren, die eine vernünftige Position zur Meinungsfreiheit vertreten. Ausführung Kreuzigung ist exzessiver
Terror, unvorstellbar grausame Folter, Sadismus und
Perversion pur. Wie unendlich traurig, dass der Mensch
auch das als entehrende Tötungsart für Vertreter des
männlichen Geschlechts erfunden hat (Brockhaus 2000 Band
3, Seite 2554, 9. Auflage) und über viele Jahrhunderte
praktizierte. Jeder zum Tod am Römischen Kreuz
verurteilte wird erst in extremis und dann ad exitum
getrieben: Kreuzigung bedeutet, eine Person coram publico
langsam sterben zu lassen, indem sie - nackt fixiert an
Hand- und Fußgelenken - an einem aufgerichteten
Holzbalkenkreuz bis zum Eintritt des Todes hängen
gelassen wird (Maslen, M. W. & Mitchell, P. D.
(2006): Medical theories on the cause of death in
crucifixion.- Journal of the Royal Society of Medicine
99: 185-188, London, UK). "Sedile" und
"Suppedaneum" verlängern - v. a. bei
körperlich gesunden und kräftigen Männern - den
Todeskampf auf viele Stunden oder gar Tage. Das Sterben
in genannter Stressposition am Römischen Kreuz kann auch
durch aufgezwungene Selbststrangulation geschehen, weil
das an den fixierten Armen zerrende Körpergewicht die
freien Atmungsbewegungen des Thorax auf Dauer zu sehr
einschränkt. Daraus resultiert eine der Varianten des
Erstickenlassens, die besonders lange dauert; in diesem
Fall wirkt das Römische Kreuz wie ein Zeitlupengalgen.
Demgegenüber erscheint das ca. 20-minütige Verenden /
Krepieren in einer Hitlerdeutschen oder Amerikanischen
Gaskammer als Gnade. Extremistisch/Extrem (aus dem Lateinischen abgeleitet) bedeutet "das Äusserste", "das Entfernteste", "das Ärgste". Verwerfliche menschliche Gewalt jeder Art und besonders die mit absichtlicher Grausamkeit verknüpfte ist zweifellos grenzüberschreitend, weil sie sich ausserhalb des Geltungs- und Wirkungsbereiches des humanitären Codex bzw. des Common Sense (John Locke) befindet. So interpretiere ich wegen ihrer suprem grausamen Wirkung die Kreuzigung als extrahumanitäre und somit extremistische Handlungsweise, die von inhumanen Individuen angeordnet und/oder ausgeführt wurde und wird. Die erste schriftlich belegte Kreuzigung fand in Jahr .... v.Chr. statt. Kreuzigungen sind nach Angaben des Journalisten und Schriftstellers Arkadi Babtschenko in den Tschetschenienkriegen (1994-1996, 1999-2000) exekutiert worden. Das Römische Kreuz ist
Wahrzeichen einer international präsenten
weltanschaulichen Organisation, welche in törichter
Weise wie alle anderen weltanschaulichen Organisationen
die höchste und letzte Wahrheit ausschließlich für
sich selbst beansprucht, diese und freilich - wie
regelmäßig in Weihnachtsansprachen beteuert - auch den
Frieden verbreiten möchte und vorgibt, für bestes
moralisches Gut einzustehen und entsprechende Tugenden
vorbildlich, makellos und lupenrein zu leben. Auch wenn
ich einige kulturelle Einrichtungen genannter
weltanschaulicher Organisation in Ordnung nenne sowie
einigen von ihr finanzierten Kunstschöpfungen Respekt
entgegenbringe, so erscheinen mir ihre bedenklich vielen
und erstaunlich umfangreichen Schlagschattenseiten wie z.
B. Moralisch positives Verhalten besteht darin, sich so zu verhalten, dass der Mensch die Daseinsqualität aller anderen Lebewesen, auf die er Einfluß hat, verbessert (Peter Singer in: Zeit Magazin Nr. 12 vom 17.03.2011. Lit.: P. Singer 2010: Wie sollen wir leben?; Hans Jonas: Prinzip Verantwortung). Durch die Schaffung dieser ein mehr als äusserst fragwürdiges Jenseits vertretenden weltanschaulichen Organisation mit ihren ganz und gar nur diesseitigen baulichen Einrichtungen, personellen Austattungen und nicht demokratisierbaren Strukturen hat der Mensch einen Großteil der problematischen, weil selbstschädigenden Seiten seiner Irrationalität und Emotionalität sowie seiner seelischen Schwäche zum Nachteil großer Bevölkerungskreise - also seiner selbst - materialisiert und institutionalisiert. Kreuzigung, ihres extremistischen Signals wegen besonders verwerflich, gehört erstaunlicher Weise zum Urgestein, dem kristallinen Kernbestand der Weltanschauung genannter Glaubensgemeinschaft: ".....litt und starb am Kreuz, um hinwegzunehmen die Sünden der Welt". Dies belegt ein hierfür spezifischer, seit dem zweiten Jhd.n.Chr. bestehender Jahrestag im kalendarischen Zyklus. Dass davon abgesehen dieser entsetzlichen Handlung - eine Gruppenidentität stiftende rituelle Exekution durch bestialisches Zu-Tode-Foltern - bis heute große öffentliche Aufmerksamkeit in Form medialer Präsenz garantiert ist, zeigt u. a.
Diese von fantastischen Einspielergebnissen gekrönten, virtuellen, bluttriefenden Gewalt-Spektakel erinnern an die Zustände im antiken Rom in der Zeit vor Kaiser Konstantin I., als zu den angekündigten öffentlichen Hinrichtungen verurteilter Christen bis zu 60.000 Zuschauer in den Circus Maximus und das Colosseum strömten und ihr qualvolles Sterben nebst Schändung begafft wurde. Mitleid war und ist nicht nur einer der Gründe für die massiven Anteilnahmen am realen oder virtuellen Zu-Tode-Foltern: Tatsache ist, dass damals wie heute viele Menschen von realer und/oder virtueller Gewalt fasziniert sind: wegen einer leider oft gelebten seelischen Eigenschaft, der derzeit viele Medien und die Unterhaltungsindustrie zwecks Quote und Verkaufszahlen mit ihren Programminhalten hemmungslos-idiotisch entgegenkommen und sie ausnützen. Aber es ist ein höchst fragwürdiges, peinliches und prekäres Verhalten, sich an Leid und Gewalt zu ergötzen; egal, ob diese real oder virtuell präsentiert werden. Hier zeigt sich ein notorisch problematisches, zeitlich offenbar invariantes Wesensmerkmal vieler Menschen. Das Paradoxon erstaunt, dass virtuelle öffentliche Bestrafungen und Hinrichtungen im sich "zivilisiert" nennenden Europa großer Beliebtheit erfreuen, obwohl reale Entsprechungen hierzulande seit langem offiziell verboten sind. Die Kreuzform war ein schon in
der Steinzeit geschätztes kultisches Heils- und
Glückszeichen: der vertikale Balken stand für
aufsteigendes Leben, der horizontale für den Tod. Es ist
ein geistiger Dauerkonflikt geschaffen worden, als aus
der Kreuzform eine Reihe ähnlich gebauter Folter- und
Exekutionsinstrumente entwickelt worden ist, aus der eine
Konstruktionsvariante Römisches Kreuz genannt wurde und
an dem Ur-Aktivisten einer sektenähnlichen Gruppe - das
waren fanatisierte Gründungsmitglieder genannter
weltanschaulicher Organisation - endlich den innigst
ersehnten Märtyrertod qualvollst sterben durften: dulce
et decorum est mors martyrum. Ihr Selbstopfer, ihre Blut-
und Schweißströme, ihr Schmerz- und Gnadengebrüll
sowie ihre Erstickungs- und Todesschreie am Römischen
Kreuz symbolisieren emotionales Epizentrum bzw. Ground
Zero dieser Weltanschauung. Tertullius im Zeitalter der
Märtyrer (202-213 n.Chr.): "Semen Christianorum est
sanguis martyrum." Im Jahr 431 n.Chr. ist das
Römische Kreuz als offizielle Ikone des mentalen Kerns
dieser Glaubensgemeinschaft definiert worden. Seit ihrem
Bestehen wird das Römische Kreuz als "Heilszeichen
der Menschheit" (Kommentar: welch unverschämte,
extremistische Anmaßung, alle Menschen hierunter
vereinnahmen zu wollen!) und "Symbol und Zeichen des
durch Gott im Tod und in der Auferstehung Gottes Sohnes
gewirkten Heils" (Brockhaus 2000: 2553, 9. Auflage)
von Würdenträgern, Funktionären und zahlreichen
Anhängern dieser Glaubensgemeinschaft unablässig
gepriesen und verehrt; der Vollständigkeit halber haben
einige Gemeinden zusätzlich das Baby-Psalm-Singen
eingeführt. Das Zeichen okkupiert markante Lokalitäten
und Plätze, ist in fast alle Lebensabschnitte und
-bereiche vieler Menschen sowie ihrer Einrichtungen
diffundiert und ist bei Einweihungen öffentlicher
Einrichtungen zuvorderst zugegen. Seine penetrante
Dauerpräsenz, die einer vollständigen Induktion
peinlich nahe kommt, wurde auch schon - mehrfach von
höchster juristischer Instanz abgesegnet (wie z. B. am
18.03.2011 durch den Europäischen Gerichtshof für
Menschenrechte in Straßburg) - kultusministeriell
angeordnet. Als zig-millionenfache, mehr oder weniger
ästhetisierte oder zum Piktogramm reduzierte Repliken
ist es in Gerichtssälen, Gefängnissen, Krankenhäusern,
Alten- und Pflegeheimen, Hospizen, Aussegnungshallen,
Vortragssälen, Todeszellen, Erziehungs-, Bildungs- und
Militäreinrichtungen, auf Friedhöfen, auf
Bergesgipfeln, an Feldwegen und in Autobahnkapellen, in
den Herrgottswinkeln von Gaststätten, Berghütten,
Herbergen und Wohnzimmern, in den Nachttisch-Schubladen
von Hotels, auf Flaggen, Ehrenabzeichen und in
dazugehörigen Dokumenten sowie in den Medien, im Netz,
und auch in den Schönen Künsten (Musik, Malkunst,
Bildhauerei, Dichtung, Literatur, etc.) sowie in der
Volkskunst präsent. Es begleitet stets die
Feierlichkeiten zu den wichtigsten Lebensstationen von
Mitgliedern dieser weltanschaulichen Organisation: Taufe
und Nottaufe, Kommunion, Firmung, Hochzeit, Jubiläen,
Letzte Ölung, Grablegung und posthum Gedenktage; das
Römische Kreuz begleitet aber auch die Feierlichkeiten
anlässlich Hütten-, Gräber-, Altar- und Kräuterweihen
sowie Fluß-, Traktoren- Oldtimer- und Motorradsegnungen.
Es markiert Lokalitäten (z. B. Kesselberg, Sudelfeld),
wo Menschen der Tod ereilte. In stilisierten Miniaturen
wird es auch devot als Schmuckaccessoir oder Tatoo
getragen. Es gibt auch Kreuze aus Steinsalz in
unterirdischen Salzbergwerkskapellen, Kreuze aus Pommes
frittes sowie - jahreszeitlich begrenzt - Kreuze aus
Schnee und Eis. In klaren Sonnwendnächten leuchten in
Kreuzform angeordnete Bergfeuerchen ins Tal. Südlich des
Äquators erstrahlt am wolkenfreien Nachthimmel ein
augenfälliges Arrangement besonders heller Fixsterne,
das als "Kreuz des Südens" bezeichnet wird.
Das Römische Kreuz findet man in den Zentren der
bisweilen finster und gruftähnlich gestalteten
Versammlungsstätten - das sind große, massiv gebaute,
schon von Weitem sichtbare, steinerne, oft eiskalte, da
ungeheizte Echokisten - , in dem es - bisweilen samt
Korpus mit Heiligenschein und Strahlenkranz -
hochaufgerichtet vor einer von geweihten Kerzen
gesäumten Opferstätte postiert ist. Vor ihm müssen
sich alle still versammeln und niederknien; zu ihm
müssen alle andächtig aufsehen und ihm zu mal
hochschwebend fiepsend-pfeifenden, mal wild
herabbrausenden, brüllend-dröhnenden Orgelklängen -
der von allen Seiten her echoverstärkten Stimme des
Herrn der Herrlichkeit - huldigen; alle müssen das
Römische Kreuz anbeten; ganz in seiner Nähe müssen in
Demutshaltung Missetaten bekannt und muß nach
eindringlicher und strenger Ermahnung zur Besserung
gehorsamst Buße getan werden. Von der geistigen Grundstruktur dieser weltanschaulichen Einrichtung haben ihre Entscheidungsträger notwendig gewordene Reformen über Jahrhunderte hinweg bis heute mit großem Erfolg ferngehalten. Zigtausende, armselige Arbeiter, Handwerker, Bauern und schließlich fromme Kunstmaler und Bildhauer waren es, die im Mittelalter gezwungen wurden, für Gottes Lohn am Bau und an der Ausstattung zig-tausender genannter Einrichtungen - in der Regel die höchsten, größten und stabilsten Bauten der Gemeinden - über mehrere Monate - über Jahre hinweg - mitzuwirken. Das war zusätzliche Fron unter dem Kreuz. Sie erhielten in dieser Zeit auch keine Unterstützung für Kost und Logis für diesen anstrengenden und gefährlichen Dienst im Zeichen des Kreuzes. Ganz ähnlich erging es den Sklaven, die einige tausend Jahre zuvor in Altägypten die Pyramiden zu errichten hatten. Nach langjährigen gründlichen Überlegungen und noch länger dauernden eigenen Erfahrungen bin ich ausser Stande, gedanklich jemals nachzuvollziehen, dass das Römische Kreuz angeblich seelisches Heil, Frieden, Erlösung und Todesüberwindung für die Menschheit symbolisieren soll; ich kann dieser m. E. ultra-grotesken, weil kompletten Bedeutungsinversion nicht folgen und schreibe deshalb, was das Römische Kreuz nach meiner Sicht in Wirklichkeit bedeutet; und das ist ganz einfach folgendes: - Es ist ein todtrauriges
"memento mori": so sexy wie der Tod.
Unerträglich banales und eindeutiges Signal und Symbol,
ähnlich dem klapprig-dürren Sensenmann und
hohl-bleichen Totenschädel von Freund Hein: eine wahre,
aber überflüssige Todes-Metapher, die größte Angst
verbreiten soll wegen der Kürze des Lebens und der
Sterblichkeit. Aber das sind Allgemeinplätze, über die
sich fast jeder selbst vollkommen im Klaren ist. Daran
braucht man nicht ständig erinnert zu werden. Das ist
nur lästig, penetrant, verunsichernd und macht sehr
schlechte Laune. Ich weiß um meine Endlichkeit, um die
Begrenztheit und den unaufhaltsamen Verfall meiner
körperlichen und geistigen Kräfte und um die
Vergänglichkeit, den Wandel, das quasi-perpetuum-mobile
der Metamorphosen aller Dinge, die einen umgeben: sie
zerfallen, lösen sich auf, bilden Neues: alles fließt,
bewegt, differenziert und entwickelt sich; ausser
genannter weltanschaulicher Organisation. Überall ist
Vergänglichkeit und natürliche Endlichkeit: ich atme
sie, fühle sie mit jedem Pulsschlag, sehe sie beim Blick
auf die Uhr, auf den Kalender, in den Spiegel, auf meinen
Schatten, auf die Erde, ins Gebirge, übers Meer, in den
Sonnenuntergang und ins All; sie ist allgegenwärtig. Aus
seiner Geworfenheit heraus kann der Mensch nichts anderes
wahrnehmen als Vergänglichkeit. Die Erkenntnis war nicht
leicht, dass ich nur anfangen, aber nichts wirklich
zuende bringen kann ausser meinem Leben. Es ist somit
vollkommen unnötig, über diesem abgrundtiefen Ozean der
Endlichkeit, auf dem sich höhere Lebewesen nur kurze
Zeit halten können, noch ein Römisches Kreuz schweben
zu lassen. Leben bedeutet doch etwas ganz anderes als nur
"sein Kreuz tragen" (Der Oberhirte am
25.04.2005: "...Wenn er vom Kreuze spricht, das wir
auf uns nehmen sollen, ..."). Das ist eine
einseitige, die Psyche schwer beeinträchtigende,
destruktive Sichtweise, die wie Angst, Zwang und
Depression nur noch mehr Endlichkeit und Elend bringt.
Echtes Leben ist, sofern man es rechtzeitig und fest
entschlossen anpackt und sich erringt: innere
Sonnenwärme, Begeisterung, großes Interesse, Staunen,
intensives Denken, Muße, tiefes Begreifen, Komplexität,
Pluralismus, Fairness, Mut, Optimismus, Verantwortung,
friedliches und unbeschwertes Beisammensein,
Solidarität, Zufriedenheit, Gelassenheit, helles Licht,
große Liebe, positive Entwicklung, Erfüllung. Die
Behauptung, die größte Befreiung für den Menschen
bestünde darin, nicht ständig glücklich sein zu wollen
(DER SPIEGEL 30: 116, 25.07.2011) halte ich in Anbetracht
des Elends auf der Welt für abwegig. Dauerhaft
Glücklichkeit erfahren zu haben ist mehr als Trost
genug. So verbreitet keine Skeletthand mit Sanduhr mehr
Angst und Panik; der Wunsch nach Unsterblichkeit und die
Idee vom Jenseits weichen zurück und lösen sich - auch
angesichts bangen Wissens um kosmische Verlassenheit (s.
u.) - allmählich auf. Der lapidare Schlußsatz
"Ihre/Seine Zeit war gekommen" bedeutet m. E.
die friedliche Akzeptanz der Endlichkeit eines erfüllten
Lebens: Der Preis für das Leben - welcher Qualität, Intensität und Dauer es auch immer sein möge - ist und bleibt endgültig der Tod. So kurz, betont, fair/unfair und einfach ist das: "So lang bist net gwen (13,7 Milliarden Jahre), so kurz duast lebn (max. 100 Jahre) und so lang bist hi (> 100 Milliarden Jahre)": das ist das ultrakurze und singuläre Transitdasein jedes Menschen; vergleichbar mit der Geringfügigkeit eines Lichtquants im sichtbaren Bereich zu all den anderen, die im Laufe aller Sonnenleben im Kosmos entstanden sein werden. Mehr geht nicht; es gibt kein Ewiges Licht, kein Durchschreiten eines pearly gate, kein second life, keinen Neustart, keine Fortsetzung in irgend einem sogenannten Jenseits, kein Elysium, kein Paradies, kein Arkadien, keine himmlischen Gefielde, keine ewigen Jagdgründe, schon gar keine zweite und erst recht nicht eine dritte Erde. Wir können nur versuchen, uns im Hier und Jetzt rechtzeitig selbst zu erlösen - siehe vorletzter Absatz. Der letzte Wasserfall stürzt lautlos in ein unermesslich tiefschwarzes Meer, dessen Spiegel in der Ferne unendlich flach wird: Umschreibung eines immerfort stillen, gedanklich noch nicht greifbaren und deswegen noch offenzulassenden Zustandes: vorläufig bezeichnet als philosophisches, zeit-, materie-, raum- und dimensionsloses Nichts anstelle des Zustandes bzw. dynamischen Vorganges, der derzeit als "das Leben" bezeichnet wird: das Nicht-Sein nach dem Erlöschen der neuronalen Feuer - das ist die unendliche Banalität des Totseins. Und auf lange Sicht werden wir alle scheitern und tot sein. So viel Abschied, Ende und immerwährendes Verlassensein in alle Zeiten werden nie mehr gewesen sein. Ganz gewiss werden wir uns für immer verloren haben. Aus die Maus, Schluss die Nuss. Ganz alleine mit sich selbst stirbt - entwickelt sich - jeder hinein ins Nichts. Da darf dann ganz gewiss jeder mal - unfreiwillig - der Erste sein. Niemand kommt davon: in jedem wächst unbedingt der Tod heran. All diese Punkte sind unschlagbare Motive, die derzeitigen gesellschaftlichen Umgangsformen qualitativ zu verbessern: seid doch freundlicher und fairer zueinander in dieser kurzen Zeit; und versucht doch nicht, einander unablässig betrügen und umbringen zu wollen! Die Sehnsüchte nach ewiger Jugend, dem Jungbrunnen und/oder der Glaube an eine Wiederkehr in einer besseren Welt sind nur Selbstbetrug und grandiose Irrationalität:
Zur Akzeptanz der Begrenztheit medizintechnischer Kunst: wenn man das Leben - oder einen Abschnitt davon - als unendlich mühsam gewordene Versuchsreihe ansieht, permanent größte Probleme in Serie lösen zu müssen, dann könnte man in allerletzter tragisch-trauriger Konsequenz das Totsein auch als möglicherweise geringeres Übel und somit bessere Alternative sehen; konkret: will man weiterhin da sein nur als gequälte Sisyphosexistenz? Das stellt unmittelbar die Frage nach individueller Daseinsqualität, wie sie empfunden wird und ob sie erträglich scheint. Freilich muß auch wegen Mißbrauchsgefahr noch lange, intensiv und gründlich über Euthanatos nachgedacht werden: ob nach angemessener Frist der Entschluß zur irreversiblen Ausführung der Überschreitung des point of no return, der Gang über die Schwelle ins Nichtsein, eine menschlichere, weil schmerz- und angstbegrenzende Option sein kann zu einem verlängerten Dasein, das aber nur mehr unerträglichen Schmerz, Angst oder sehr niedrige, weil würdelos gewordene Lebensqualität bedeutet. Fließbandsterben in Hospizen darf nicht zur Normalität werden; diese Einrichtungen dürfen nicht zu Mülleimern bzw. Zwischenlagern degradieren, in denen x-fach therapierte und finanziell gehäutete, geschlachtete und ausgeweidete Patienten kurz vor ihrem Ableben entsorgt werden. Die von genannter weltanschaulicher Organisation an restriktivste Bedingungen geknüpften vagen Versprechen der Unsterblichkeit und Verheißungen des Seelenheils werden von vielen unsicheren, schwachen und geschwächten Menschen, die in den Irrationalitäts-, Traditions-, Inkonsequenz- und Ängstlichkeitsfallen zappeln, gerne gehört und deshalb geglaubt; aber das ist nur Seelenfängerei: unmoralische Verzweckung der emotional prekären Lage sehr vieler Menschen: bedingt durch die gnadenlosen Walze der Zeitlichkeit, die jedes höhere Leben unerbittlich plättet und zermalmt und das Damokles-Schwert, das gefallen sein wird, ehe letzte Sinn- und Daseinsfragen ausreichend beantwortet werden konnten. Je mehr Leid und Verunsicherung, je mehr Probleme im Hier und Jetzt, desto größer die Versuchung, sich von der scheinbar unerträglich widriger Wirklichkeit abzuwenden und sich dem Wunschdenken und Glauben hinzugeben in der Hoffnung auf ein besseres zweites Leben, das nach dem Jammertal des Diesseits ganz bestimmt im himmlischen Jenseits stattfinden wird. Ganz zu diesem Zweck stürmten im September 2010 selbsternannte Heilsverkünder zur eingestürzten San-Josè-Mine in Chile, um allen in 700 Metern Tiefe eingeschlossenen Bergarbeitern Miniatur-Bibeln samt Leselupen und vom Oberhirten gesegnete Rosenkränze über ein Versorgungsrohr zukommen zu lassen. Auch deshalb wurde im Jahr 2010 die Missionstätigkeit im erdbebenzerstörten Port-au-Prince auf Haiti intensiviert; im flutzerstörten Pakistan (2010) ist dieselbe Taktik selbstverständlich weitergeführt worden; gleiches dürfte die Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen in Japan vom 11.03.2011 und Bangkok (08.-11.2011) begleiten. Die milden Worte "Kommet zu mir, Ihr Mühseligen und Beladenen!" trifft entsprechende Notsituationen recht gut. Dazu passt auch die Ächtung von Verhütung, Abtreibung, Präimplantationsdiagnostik sowie Forschung an embryonalen Stammzellen, welche diese weltanschauliche Organisation aussprach, um die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung individuellen körperlichen und seelischen Leides sowie wirtschaftlichen Elends und das der Vermassung zu erhöhen; der so erzeugte Distress kann nicht groß genug sein, damit den Individuen immer weniger Zeit bleibt, innezuhalten, Atem zu schöpfen, in aller Ruhe nachzudenken, ihre Situation zu überblicken, zu verstehen, vernünftig zu beraten, zu entscheiden und entsprechend zu handeln. Die allermeisten Würdenträger
genannter fortschritts- und wissenschaftsfeindlichen
weltanschaulichen Organisation haben den angeblich
göttlichen Auftrag "Seid fruchtbar und mehret
Euch!" über die Jahrhunderte vorwiegend in
reproduktionsbiologischem und materialistischem Sinne
verbreitet und ihn mit dem tradierten Aufruf (in Richtung
Naturbeherrschung) "Bevölkert die Erde, unterwerft
sie Euch und herrscht über die Fische des Meeres, über
die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf
dem Land regen" (Genesis 1. 28) (was nach neueren
Erkenntnissen in der Ökologie nichts anderes war als
eine Empfehlung zur kollektiven Selbstzerstörung) zudem
bekräftigt, wobei sie die damit einhergehenden
ökologischen Probleme und Risiken, die später
detailliert aufgezeigt wurden im Werk "Grenzen des
Wachstums" (Club of Rome 1972), absichtlich komplett
ignorierten und übergingen und damit schwere Schuld auf
sich luden. Welch unheilvolle Gesamtentwicklung - trotz
warnender Stimmen seit der Epoche der Romantik - diese
weltanschauliche Organisation mit dem
alttestamentarischen Anspruch auf Herrschaft über die
Erde - dominium terrae - , mit ihren Ächtungen,
Manipulationen und gezielten Einmischungen im verein mit
einem sich in einen maßlosen, entgrenzten Wachstumswahn
hineinsteigernden kapitalistisch-dissozialen
Weltwirtschaftssystem aus der Taufe gehoben,
mitangeschoben und ins Rollen gebracht hat, zeigen
eindrucksvoll krasse Disparitäten und die Geschichte der
Weltbevölkerungs- und Welthungerstatistik: 2011: 80000
Tonnen Brot werden jährlich in der BRD weggeworfen;
jeder Bundesbürger fraß im Durchschnitt jährlich
61 kg Fleisch; Ende 2011 zählte die Forbes-Liste
weltweit 1210 Milliardäre: diesen Superreichen geht es
gegenläufig zur Finanzkrise immer besser und deren
Vermögen ist seit 2010 um 20% gestiegen (DIE ZEIT Nr. 1:
55 vom 29.12.2011); global leiden 925 Millionen Menschen
schweren Hunger; 6000 Kinder verhungern täglich.
Bedrückend die irreversiblen Verluste an Ressourcen und
Biodiversität, die wachsende Umwelt- und
Klimaproblematik sowie das in den derzeit noch reichen
G20-Ländern zeitgleich dazu laufende, absurde,
unerträglich beschämende, obszöne und ekelerregende
Elend hedonistischen,
prall-satt-überdrüssig-langweilig-besoffenen
Luxuslebens (nebst peinlichsten Wohlstandskrankheiten) in
den Porsche Cayenns, Maseratis, Zweit- und
Drittwohnungen, Villen samt Swimmingpools, Penthäusern
mit vorgewärmten Wasserbetten, Golf- und Swingerclubs,
Freßtempeln, 5-Sterne-Hotels mit Sektbars und auf
Kreuzschifffahrten, Jacht-Turns, firmengesponsorten
Eventpartys, etc. Weitere Fakten: Im Jahr 2010 waren
1 Milliarde Menschen überernährt, doppelt soviele
aber litten an Mangelernährung, Durst und medizinischer
Unterversorgung. Von August 1999 bis Oktober 2011 hat
sich die Weltbevölkerung um eine Milliarde auf sieben
Milliarden Individuen erhöht; in den vier Stunden, die
zum Lesen dieses Textes notwendig sind, legt die
Weltbevölkerung derzeit (2012) um einen gemittelten Wert
von ca. 45000 Individuen zu. Pro Jahr werden von ca.
sieben Milliarden Individuen 11,5 Milliarden Tonnen
Erdöleinheiten an Energie verbraucht (ca. 146 m³ Sprit
pro Sekunde) und eine Stoffmenge von 91 Milliarden
Tonnen bewegt. Die Meerwasserversauerung lag 2011 um 30%
über dem vorindustriellen Wert. Das kann nicht folgenlos
bleiben. Hier sind alle Schleusen sperrangelweit
aufgerissen und offengehalten worden für einen wegen
impliziter Zugzwänge alles zerstörenden Sturzstrom
dekadenten Sinnlosverbrauchs (z. B. shoppismus (DER
SPIEGEL 13.12.2010, Nr. 50: 56-65) und travellismus in
Wohnwägen oder Billigfliegern), der nur in einer
Globalverelendung enden kann (Wilfried Bommert 2009: Kein
Brot für die Welt, Riemann Verlag). Und es gibt immer
noch diese renitenten polemischen wohlstandsversehrten
Fundamentalisten, die behaupten, es sei damit nicht
genug. Indirekt habe ich - ohne dies gedanklich begreifen
zu können - von 1957 bis 2011 den Zuwachs von ca. vier
Milliarden Menschen erlebt; noch weniger kann ich die
Gesamtfolgen dieser sehr bedenklichen Tatsache
einschätzen. Diese Entwicklung hin zur gefährlichen und
labilisierenden Vermassung ist auch moralisch
problematisch, weil sie den natürlichen Instinkt und
angeborenen Reflex zum Helfen und Heilen untergräbt; ich
behaupte: Überbevölkerung mindert humanitäres
Verhalten: "Wozu noch helfen oder retten, es sind
doch sowieso schon genug Leute da, und wenn ich denen
helfe, dann werden es später noch mehr und das wäre
kontraproduktiv, weil die mir und meinen Nachkommen alles
wegfressen; sollen die anderen doch verrecken",
könnte man zynisch-lapidar denken. "Small is
beautiful", sagte schon der Ökonom Fritz Schumacher
und meinte damit bestimmt nicht die derzeit grassierende
Lohnzurückhaltung, sondern die schon vor Jahrzehnten
überfällige Rückkehr der Weltwirtschaft zum
vernünftigen menschlichen Maß. Gratulation an diese
weltanschauliche Organisation, ihren willigen Zuträgern
und ihren Helfern aus Wirtschaft, Wissenschaft und
Politik, denn besser kann man die Daseinsangst - ohne
Furcht kein Glaube! - vieler Menschen und die Größe
potentiellen Leides zukünftiger Generationen kaum
steigern, die - so meine ich - ohne Rücksicht auf
moralische Aspekte nach verheerenden Ressourcenkriegen
und Implosion der biologischen Supernova in einer heißen
Energie- und Rohstoffwüste mit stinkenden Müll- und
Leichenbergen ein bitterarmes Dasein werden fristen
müssen. Die Waffensegnungen und Kriegspredigten
genannter weltanschaulicher Organisation und ihre
Vor-Ort-Präsenz in Krisengebieten (militärische
Seelsorge) sind zur Genüge dokumentiert. Sie tat auch
nichts Substantielles gegen den Irrsinn oberirdischer
Atombombenversuche. Diese konnten erst nach jahrelangen
Bemühungen der UNO am 10.10.1963 durch den
"Comprehensive Test Ban Treaty" verboten
werden, nachdem der Garten Eden mit einem Global-Fallout
von 27×10exp9 Curie Jod-131 und 34×10exp9 Curie
Cäsium-137 (M. Kriener in DIE ZEIT Nr. 16: 20 vom
14.04.2011) schon verseucht war. Ökologisches Engagement
dieser weltanschaulichen Organisation wie Aber so kann das doch nicht gemeint gewesen sein mit dem konstruktiven Auftrag, den "Garten Eden" sorgfältig zu bestellen, liebevoll zu behüten und nachhaltig zu pflegen (1. Buch Mose 2,15). Von treuhänderischen, hütenden und verantwortungsvollen Bestrebungen, die Erde den Nachkommen verbessert zu hinterlassen - so die erst im 20. Jhd. erfolgte, abenteuerliche Neuinterpretation dieses dominium-terrae-Auftrags (der m. E. in Wirklichkeit nur wenig Spielraum lässt für Interpretation) - ist m. E. nichts vorhanden. Was spricht gegen die aus Vorangegangenem abgeleitete Behauptung, dass die weltanschauliche Organisation, welche vorgibt, seelsorgerisch und zum Wohle der Menschen tätig zu sein, in Wirklichkeit oft das Leid absichtlich belässt oder gar mehrt, um den Glaubensdruck zu erhöhen und damit an Einfluß zu gewinnen? Sie hätte doch genug Mittel, z. B. die Erdbebenschäden in L'Aquila und Port au Prince vollständig zu sanieren; statt dessen belässt man die Opfer jahrelang in Not und Elend und instruiert, man solle doch den lieben Gott um Hilfe bitten. Mutter Theresa, selbsternannte Missionarin der Nächstenliebe, dachte ganz ähnlich, als sie "Gott in der Verkleidung des Elends" zu erkennen glaubte und deshalb die Anwendung von Schmerzmitteln in ihren Krankenhäusern in Kalkutta einschränkte, damit ihre Patienten, je mehr sie leiden, umso näher bei Gott sind. So sieht pervertierte Nächstenliebe einer weltanschaulichen Extremistin also aus. Ich kann nicht verstehen, dass bei solcher Handlungsweise ein Friedensnobelpreis fällig wurde. Könnte der Mensch den "Garten Eden", das Paradies, schon auf der Erde teilweise verwirklichen - Immanuel Kant schrieb deshalb ganz diesseitig "Zum ewigen Frieden" - , hätte der Mensch immer weniger Grund zu glauben und ein glückliches Jenseits zu erhoffen. Deshalb wird vieles und noch mehr getan und unterlassen, damit es möglichst wenig Frieden und möglichst viel Unglücklichkeit gibt und die Not mit ihrem impliziten Glaubensdruck nachhaltig gesichert auf hohem Niveau fortbestehen. So verkündete deshalb in der Osterwoche 2011 genannte weltanschauliche Organisation gemäß dem Nächstenliebe-Modell von Mutter Theresa, dass angeblich "der Mensch kein Recht habe, sich mittels Medizintechnik aus seinem Leid davonzustehlen". - Das Römische Kreuz steht aber, wie eingangs schon festgestellt, in seiner realen Wirkung nicht nur für unsägliche Qual, sondern auch für tiefste Demütigung, maximale Beschämung, Peinlichkeit und Sklaventod, größte Befriedigung von Voyeurismus und vollständige Satisfaktion heißester Sadistenlust: "...some impale their private parts,..." (L. A. Seneca in Maslen & Mitchell 2006: 185). Das erkennt man auch an der zynischen Wahl des Exekutionsstandortes - eine Anhöhe (Schlußpunkt, Endstation, letzter Höhepunkt) - , dem erzwungenen Beisein von Angehörigen, und an der Positur, in die der von spezialisierten Sadisten gnadenhalber besonders gründlich vorpräparierte, nackte und bluttriefend-zerfleischt-zerhackte Körper mit rohester Gewalt endgültig fixiert wird: offene, weit ausgebreitete Arme bei anfänglich aufrechter Haltung signalisieren - in solch einer Situation diametral widersinnig - Macht, Freude, Erfüllung, Hoffnung, Sehnsucht, Verzückung, Ekstase, Verlangen, Hingabe, aber auch Ohnmacht und Wehrlosigkeit. Auf jeden Fall wird der Gequälte in dieser Zwangspose komplett lächerlich gemacht. Der ans Kreuz Genagelte symbolisiert, materialisiert und zentriert in sich die ultrabrutale Wirkung aller roh-nackten, despotischen, totalitären und doktrinären Macht sowie den daraus brachial hervorberstenden, brüllenden, gigantisch-monströsen Malstrom aus weißglühenden Gewalt-Protuberanzen. Das Römische Kreuz ist vollkommenste Mutti, Supernanny aller Beschränktheiten und absoluter, jungfräulich-reinster Zwang. Kreuzigung bedeutet physische Hineinzwängung eines Lebens in den nullten Freiheitsgrad: Zerquetschung, Einstampfung und Zusammenpressung einer menschlichen Existenz zum Punkt, dem Nichts: den schändlichsten Sklaventod. Ich kann das Römische Kreuz nur als das sehen, wofür es ursprünglich verwendet wurde: als grausamstes Tötungsmittel, das dem entstellten und festgenagelten Mann - bedeckt von einem ecklig-surrenden Schwarm stechender und gierig saugender Insekten - unter beißendem Hohn, Spott, zotigen Anfeuerungsrufen und schlussendlich johlendem Beifall, Gegröhl und Gekreische dummgeiler Gaffer auf entwürdigendste Weise die letzten Körpersekrete während des finalen Erstickungsanfalls aus seinem zyanotischen, blaurot-violett verfärbten Körper herauspresst: erzwungener, in einer ejaculatio seminis eskalierender Kontrollverlust in extremis: öffentlich inszenierter, mega-giga-tera-peta-exa-obszöner, bestialischer Foltervergewaltigungsmord, Pervertissimo, letzter Tabubruch, ultimativer Skandal, schwerster, exzessiver Frevel, Totalschändung: Armageddon barbarischer, triumphaler Inhumanität. Das Grausamkeitsmaß betreffend besteht da gar kein Unterschied mehr zu diversen Ritualmorden archaischer Gemeinschaften. Es besteht kein Zweifel mehr, dass mit dieser singulären Grenzüberschreitung der Mensch das, was er als Hölle bezeichnet, selbst mit Bedacht geschaffen und mit "setzen, sehr gut!" (Note 1* bzw. 15 Punkte) erfolgreich verbreitet hat. Für frei denkende und frei lebende, positiv gesinnte und vernünftige Menschen ist es ausgeschlossen, ein Objekt, das für diesen Zweck erfunden und angewandt wurde, anzubeten sowie seine Protagonisten in Ehren zu halten. Fesselung, Flagellation und Strangulation zählen ausserdem zu den seit Alters her bestens bewährten, sado-masochistischen, sexuell-perversen Praktiken, die von genannter weltanschaulicher Organisation wegen besonderer Schädlichkeit für Leib und Seele in den Bann gelegt wurden. Zutiefst verwerflich in diesem Zusammenhang ist auch das das Grauenvollste, Grässlichste und Schrecklichste ästhetisierende 2010-Werbeplakat für die zu diesem Gräuelthema einschlägig bekannten und bedauerlicherweise weltberühmten "Festspiele" (und all ihrer Ableger), die - abgesehen von Verboten in der Zeit der Aufklärung - seit 1634 n.Chr. in zehnjährigem Turnus abgehalten werden. Die im Jahr 2010 zusätzlich aufgeführte Kinderpassion ist Steilvorlage, die Debatte über mißbrauchte Erziehungsbefohlene um die Punkte Zwang und Manipulation auszubauen: Kinder, die sich in einer freien und offenen Gesellschaft seelisch gesund entwickeln können, beschäftigen sich freiwillig nie mit Gedanken an Folter und Tod; so etwas geschieht nur in seelisch, humanitär und weltanschaulich degradierten Zwangsgemeinschaften: im NS-System log Baldur von Schirach dem angeblich arischen Jungvolk - Pimpfen und Jungmädeln - vor, sie seien nur deshalb erschaffen worden, um für Deutschland zu sterben. Das zerstört jede empfindsame Seele ähnlich folgendem Zweizeiler aus dem Gesangsbuch einer weltanschaulichen Organisation: "Oh Welt, ich muss Dich lassen, sterben ist mein Gewinn!". Das Römische Kreuz symbolisiert somit nach meiner Sicht nicht seelisches Heil, geistigen Halt, Erlösung und Todesüberwindung, sondern nur Gewalt, Folter, Vergewaltigung, supremen Sadismus, Perversion und Mord. Positive Assoziationen sind mit dem Römischen Kreuz unvereinbar. Ronald Reagan appellierte am
12.06.1987 vor dem Brandenburger Tor an der Berliner
Mauer an den Premier der damaligen UDSSR: ".... Mr.
Gorbachew, tear down this wall!" Einer Monsterdampfwalze gleich
zerstörten vom Missionseifer besessene Extremisten und
Fundamentalisten dieser weltanschaulichen Organisation
mit Feuer, Schwert und dem verlogenen Schlachtruf
"Gott will es!" in aller Welt eine Vielzahl
archaisch-natürlicher Weltanschauungen (hier begann die
Entgötterung der Natur, die sich nachträglich als für
das ökologische Gleichgewicht so verhängnisvoll
erwies), indem sie zahllose unbeugsame, zu
"Heiden" degradierte Ureinwohner mordeten und
auf den gewaltsam geschaffenen riesigen Brachen eine öde
und triste, aber bestens kontrollier- und steuerbare
weltanschauliche Monokultur pflanzten, indem sie,
wiederum unter massiver Anwendung von Zwang, Gewalt und
Gehirnwäsche, erfolgreich eine bedenklich große Anzahl
Gläubiger (Im Jahr 2010 zählte diese Organisation ca.
zwei Milliarden "Werkzeuge Gottes") unter dem
Dirigat des Römischen Kreuzes und dem strengen Leitsatz
"ora et labora" sorgfältig züchteten. Ihnen
sind mit Bedacht über viele Jahrhunderte Spaß und
Freude am Leben gründlich und nachhaltig verdorben sowie
der freie Wissenserwerb in Literatur, Technik,
Naturwissenschaften und Medizin vermasselt worden. So
durfte ausserhalb der Mauern von Klosterbibliotheken nur
in der Bibel geforscht werden. Und das sollte bis heute
so weitergehen. Doch solche unerträglichen
Beschränkungen ließen immer weniger Schäflein über
sich ergehen. Beispiel eines steinernen Zeugen resilenten
Strebens nach Erkenntnis - das ist sinnliche und
verstandesmäßige Wahrnehmung - und "nackter
Wahrheit" steht vor dem Eingang der Ecole de
Médecine in Paris: es ist die steinerne Statue einer
sich selbst entkleidenden Frau. Die Plastik trägt den
treffenden Titel: "Die Natur entschleiert sich vor
den Augen der Wissenschaft" (DIE ZEIT Nr. 48: 60 vom
25.11.2010). Erfindung und globale Verbreitung des Römischen Kreuzes (Beispiel: GEO 02/2007: 96) - egal unter welchem Aspekt - stellt ein besonders schweres humanitäres Versagen, einen Zivilisationsbruch dar. Die mit dieser Generalisierung implizit aufgezwungene Hauptbotschaft, jedes Unrecht widerstandslos ad exitum hinzunehmen, ist inakzeptabel. Der bekannte Spruch "Schlägt Dir jemand auf die linke Wange, dann halte ihm doch auch noch die rechte hin" ist menschenverachtend, denn dieses absichtlich empfohlene Fehlverhalten, diese Selbstverleugnung und aufgedrängte Passivität unterdrückt den natürlichen und gesunden Ego-Reflex der Selbstverteidigung und Selbsterhaltung, schwächt die Position Bedrängter und steigert deren Leid, damit diese - anstelle in ihrem Selbstwert und Selbstvertrauen - vermeintlich im Glauben Halt finden. Was nutzt es Gläubigen nun, wenn sie in froher Hoffnung auf moralische Erhöhung und einen besseren Platz im Jenseits ungerecht zugefügtes Leid in Serie erdulden? Sie werden hier im realen Leben nur noch weiter gequält, unterdrückt, ad exitum ausgepresst und in ihrer letzten Stunde - am bitteren Ende ihres Sinnloswartens auf Godo - abgrundtief enttäuscht und frustriert ihre ultraeiskalte kosmische Einsamkeit und Verlassenheit einsehen und in bodenlos-ohnmächtigem Zorn erkennen, dass sie dauerhaft um ihre Lebensqualität und um ihre letzte größte Hoffnung schändlich und feige betrogen worden sind. Beispiel: "Wo bleibt er denn nur, mein lieber guter Heiliger Michael, wann erhört er mich denn endlich und hilft mir?", hörte ich eine Zeit ihres Lebens tiefgläubige Kindergärtnerin wenige Stunden vor ihrem Tod zweifelnd fragen. Sie zweifelte umso mehr, weil kein Verkünder des Herrn sich wegen seiner angestammten Arroganz herabließ, sie in ihren letzten Daseinstagen zu besuchen, ihr Trost zu spenden und Zuwendung zu geben: er war sich offensichtlich zu gut, nur eine alt gewordene Kindergärtnerin zu besuchen. Sophie Scholl äusserte in einem ihrer Briefe an Fritz Hartnagel, dass sie "...Gott nicht finden kann...". Auch Mutter Theresa zweifelte, indem sie schrieb: "In mir ist kein Gott". Das lapidare Sprichwort - "Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott" - zielt in dieselbe Richtung. Die Ideen von einer möglichen Existenz Gottes und dem Jenseits sind so vage und substanzlos, dass sie dauerhaft argumentativ unangreifbar bleiben: sie sind weder falsi- noch verifizierbar; solch gehaltlose Gedanken sind nur unbrauchbar. Keiner wird jemals feststellen und dann erklären können, woraus Jenseits und Gott - aussergedanklich - bestehen und wie beides entstanden sein soll. Es war im August 2010 in einer Aussegnungshalle dieser weltanschaulichen Organisation, als ein Spender göttlichen Heils coram publico die obligatorische Anstands-Bankrotterklärung offenbarte, indem er in einer Standardfloskel sinngemäß verkündete, man "....müsse das Leid, das der Tod einer jungen Frau den Hinterbliebenen gebracht hat, einfach aushalten." Ein Mehr an Banalität und Trostlosigkeit kann man den im Leid Erstarrten und vorübergehend wehrlos gewordenen wirklich nicht aufladen. Schon vor 300 Jahren ist im anonym veröffentlichten Traktat "Der Gottesbetrug" diese Weltanschauung als Verblendung erklärt worden (DIE ZEIT Nr. 21: 19 vom 20.05.2010). Voltaire äusserte die Ansicht, dass "...der Aberglaube die ganze Welt in Brand setzt und nur die Philosophie ihn wieder löschen kann". Jurek Hronowski (*1922 Zloczów, Polen 2006 Warschau), ehemals streng gläubig, hat nach mehrmaligen Internierungen in den KZ Auschwitz und Sachsenhausen seinen Glauben an den gerechten Gott verloren und genannte weltanschauliche Gemeinschaft verlassen. Ich selbst halte diese und auch die anderen Weltanschauungen für verschiedene Varianten ein und derselben gefährlichsten Illusion, die der Mensch jemals erdacht sowie bis dato erfolgreich und dauerhaft verbreitet hat: sie haben sich inzwischen zum Vorteil sehr Weniger und Nachteil sehr Vieler laufende Perpetuum-Mobile-Geld- und Unterdrückungsmaschinen mit integrierten Postenverteilungsapparaten entwickelt; diese bequemen und in sich geschlossenen Kartelle, Selbstbedienungsläden, Austragshäuschen und Karrieresteigbügelhalter sind inzwischen leider auch von einigen Verwaltungs- und Bildungseinrichtungen erfolgreich imitiert worden. Ein Folterinstrument wie das
Römische Kreuz ist als Heils-, Friedens-, Erlösungs-
und Todesüberwindungsmetapher vollkommen ungeeignet.
Eine größere Diskrepanz zwischen Wirklichkeit -
physischer Wirkung - und idealisierter, güldener
Verklärung als beim Römischen Kreuz ist undenkbar und
offenbart hemmungs- und grenzenlose
Wirklichkeitsverweigerung sowie die unendlich groß
scheinende Macht mißbrauchter Manipulation und
entgrenzter Demagogie. Wegen der suprem grausamen
physischen Wirkungsweise des realen Römischen Kreuzes
kann seine tatsächliche, unverfälschte und direkte
Botschaft nichts anderes sein als Extremismus pur. Die
Ikonen aller anderen weltanschaulichen Gemeinschaften
haben keinen derart problematischen und fragwürdigen,
inhumanen und extremistischen Realkern, bestehend aus dem
dreckigen Halbdutzend Zwang, Vergewaltigung, Sadismus,
Perversion, Folter und Mord. Nur die unvorstellbar
große, in ihren Ursachen noch nicht verstandene und kaum
vermessene menschliche Irrationalität und
Emotionalität, ihre hartnäckige Persistenz,
Unverbesserlichkeit und leichte Ausnutzbarkeit - die
Macht der Dummheit (Umberto Eco in DIE ZEIT 40: 51 vom
29.09.2011) - sind substantielle Argumente, warum diese
Ikone trotz ihrer unmenschlichsten realen Bedeutung seit
nunmehr 17 Jahrhunderten Bestand hat: viele Menschen
sind in erschütterndem Ausmaß manipulierbar (selbst
beim vermeintlichen Privatissimum der Familienplanung),
oberflächlich, unkritisch, träge, scheuen Verantwortung
("Um Gottes / Himmels Willen!", "Gott sei
Dank!", "...Dein Wille geschehe, wie im Himmel
so auf Erden, ...", "Der Herr ist mein
Hirte", "In Deine Hände empfehle ich meinen
Geist"), verkennen die Gefahr der Gewöhnung,
fliehen vor der gedanklich angeblich zu anstrengenden
Komplexität begeistert und erleichtert in einfachste
Welterklärungen attraktiv erscheinender Despoten,
kapitulieren vor der süßen Bequemlichkeit der
Gewohnheit, haben sich größte Angst vor Obrigkeit, Tod
und einem phantasierten Jüngsten Gericht einjagen lassen
("ohne Furcht kein Glaube"), hegen und pflegen
ihre Kleingeisterei, Spießerei, Zwergerei, ihr
schlechtes Gewissen und akzeptieren gerne, mit
unverschämt törichten Versprechungen eines imaginären
Jenseits vielleicht irgendwo da oben hinter
Schäfchenwolken hingehalten, belogen und betrogen zu
werden. Wie riskant es werden kann, wenn man nicht genau
hinsehen will oder sich nicht interessiert, zeigte z. B.
der Verlauf des atomaren Wettrüstens, das auch deshalb
derart ausufern konnte, weil die Bilder von der
Zerstörungskraft dieser Waffen in der Öffentlichkeit
meist distanziert-abstrakt blieben und zu selten ins
unerträglich-gräßliche Detail gingen (DER SPIEGEL
25/2011: 122-125). Ein weiteres Beispiel für immer
weiter tradierte, organisierte Verdummung sei hier die im
Jahr 2008 gegebene Antwort eines fünfjährigen Enkels
auf die Frage von Großmutter, was denn Opa nun im Himmel
oben machen wird: "Den ganzen Tag Fußball
schauen"; hier ist die von Neil Postman 1985
("Wir amüsieren uns zu Tode") prognostizierte
Infantilisierung der Gesellschaft durch Infotainment
Wirklichkeit geworden. Der bekannte Spruch "Selig
die Armen im Geiste, denn ihnen ist das Himmelreich"
passt recht gut dazu und ist eine verkappte, zynische
Empfehlung, eigenständiges Denken besser bleiben zu
lassen und vom Baum der Erkenntnis nicht zu essen, weil
es den Menschen sonst so ergeht wie Adam und Eva bei der
Vertreibung aus dem Paradies. Hier soll auch der im Murnauer Tagblatt (Nr. 124: 1) am 02.06.2010 veröffentlichte Freud'sche Versprecher einer Pfarrgemeinderatssprecherin kommentiert sein, die meinte, dass "Das ...Heiligste... und nicht wir Menschen im Zentrum stehen": auf welche Abwege eine Gesellschaft gerät, wenn im Brennpunkt des allgemeinen Interesses anstelle des sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Wohlergehens sowie positiver Bildungs- und Wissensoptimierung des einzelnen Menschen ein wie auch immer gearteter Idealismus steht, haben u. a. Nationalismus, Marxismus, Nationalsozialismus und Kommunismus gezeigt. Die Wurzeln des derzeit grassierenden, mit Bildungmisere und Rückbau humanitär-sozialer Sicherungssysteme, Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und Lohndumping durch Zeit- und Leiharbeitsverhältnisse (DIE ZEIT 46: 25 vom 10.11.2011), sowie wachsender Währungs- und Finanzlabilität einhergehenden Turbo-, Raubtier-, Abenteuer-, Casino- und Zockerkapitalismus liegen in den ausbeuterischen Feudal- und Lehnswesen des späten Mittelalters, die ihrerseits auf die Sklaverei zurückgehen. Weitere Auswüchse, z. B. aus der Frühzeit der Industrialisierung, sind im von Gerhart Hauptmann beschriebenen Hungerelend der Schlesischen Weber dokumentiert, deren Revolte Anfang Juni 1844 vom Preussischen Militär brutal und blutig niedergeschlagen wurde. Den von der Arbeitgeber- und Geldlobby in die öffentliche Diskussion gepressten "Sozialkapitalismus" oder "sorgenden Kapitalismus" halte ich für ein toxisches Konstrukt, das nicht mehr ist als rhetorischer Bestandteil gelb-schwarzer Beschwichtigungspolemik. Es darf doch nicht sein, dass der für die meisten Menschen selbstverständliche und natürliche Wunsch nach adäquat bezahlter und fairer Arbeit zum Erwerb des Lebensunterhalts von vielen Arbeitgebern derart vermiest und durch Lohndumping entwertet wird. Die mögliche Erfüllbarkeit des natürlichen Wunsches des Menschen nach Selbsterhaltung durch Arbeit, das natürliche Bestreben nach Selbstwert durch Arbeit sowie das daraus erwachsende existentielle Bedürfnis nach Erwerbstätigkeit werden als Geiseln mißbraucht. Es ist nur ein Allgemeinplatz, dass nationalsozialistisches Gedankengut sich gerade dort schnell verbreiten konnte, wo diese weltanschauliche Organisation vorab massiv und nachhaltig Angst, Irrationalität und Inkonsequenz in die Köpfe der Menschen eingetrichtert hat. Die Schädlichkeit von Idealismen ist allgemein bekannt und dokumentiert [DIE ZEIT (Nr. 22: 22) vom 27.05.2010]. Im futuristischen Roman "Die Entbehrlichen" von Schriftstellerin Ninni Holmqvist wird dargelegt, wie Idealismen eine Gesellschaft in abscheuliche Abgründe von unmoralischem Utilitarismus, Inhumanität und Würdelosigkeit ziehen: das beginnt mit massiver Demütigung kinderlos gebliebener Singles und Paare durch Internierung, geht weiter mit ihrer Erniedrigung zu Zwangsorganspendern für erkrankte kinderreiche Elternteile und gipfelt in ihrer Ermordung, nachdem sie sich unter dem Einfluß manipulativen Zwanges zur sogenannten Endspende selbstverständlich "freiwillig" gemeldet haben. Fazit: es ist ein bodenlos inhumaner, unfairer und menschenverachtender Hauptcharakterzug genannter weltanschaulicher Organisation, ganz normale, alltägliche und selbstverständliche, große seelische und intellektuelle Schwächen vieler Menschen wie Ängstlichkeit, Irrationalität und Inkonsequenz manipulativ zu steigern und diese absichtlich verstärkten Mängel nur zum eigenen Vorteil und zum Nachteil vieler Millionen anderer zu verzwecken, um ein Unterdrückungs- und Ausbeutungssystem am Laufen zu halten und ein bequemes Auskommen zu haben. Nur so wird es erklärbar, dass Menschen zu Kügelchen geformtes Papier kaufen und essen, das mit frommen Sprüchen bedruckt worden ist. Es ist unfassbar, dass 2010 ca. 50% aller erwachsenen Einwohner der BRD immer noch an die Existenz von Engeln glaubten (STERN Nr. 52: 58 vom 22.12.2010) und es ist sehr erstaunlich, dass auch solche Bürger als mündig erklärt sind und wie selbstverständlich ihrer Wahlpflicht nachkommen dürfen. Ähnliches geschah tatsächlich in Belgien (DIE ZEIT 43: 17-19 vom 20.10.2011). Problem- und zwangloses Einhalten des wesentlichen - den Menschen selbst betreffenden - Kerns der Zehn Gebote braucht bei positiver Einstellung zum Leben, zum Miteinander, zur Fairness und zur Humanität keine weltanschauliche Zwangsjacke mit eingesetzten Handschellen; gleiches gilt für eine den Tugenden konforme Lebensführung. Freilich bin ich mir darüber im Klaren, dass es viel zu viele Mitglieder in dieser weltanschaulichen Gemeinschaft gibt, die zu keiner positiven Lebenseinstellung fähig sind, die noch nie auch nur das geringste Interesse an Tugend, Gemeinschaftssinn und Moral hatten, dies in aller Form hemmungslos und ungehindert leben und bei denen gut- und ernstgemeinte Langzeit-Versuche einer Einflußnahme wie "Wandel durch Annäherung" dauerhaft wirkungslos bleiben. Es macht fassungslos, dass auch solche unverbesserlichen Kreaturen / Wesen selbstverständlich genau dieselbe medizinische Premium-Versorgung genießen und genau dieselben sozialen Dienste in Anspruch nehmen dürfen wie alle anderen, damit solche Leben zur größten Freude aller anderen nach allen Regeln der Kunst so lange wie möglich weitergeführt werden können. Wunderbar; wie strahlend schön, nett und gerecht das doch ist, möglichst wenig zu geben und ein Maximum aus dem System herauszuziehen! Man sollte deshalb mehr darüber nachdenken, ob es sinnvoll sein und praktikabel gemacht werden kann, für jeden ein nicht verhandelbares "Sozial- und Solidarkonto betreffend Gemeinschaft, Solidarität, Freunde und Familie" einzurichten, das jeder nach seinem persönlichen Ermessen mit Positivem und wahrer, ehrlicher Menschen- und Nächstenliebe füllen kann und in Abhängigkeit vom Sozial-Solidarkontostand Qualität und Quantität seiner Ansprüche gegenüber der Gemeinschaft bemessen werden: damit meine ich z. B. die Höhe von Erstattungen durch Krankenkassen und Solidarleistungen des Staates. Was insistieren weltanschauliche Organisationen auf der Existenz höherer Instanzen, die angeblich alles schufen und steuern und warum mißachten sie die Wissenschaften: die Erkenntnisse über die Ultra-Tiefe der Zeit (bekannt geworden im Jahr 1898 mit der Entdeckung der Radioaktivität und der Halbwertszeiten durch M. & P. Curie) sowie die Entwicklung der Natur, ihrer Selbstorganisation und Gesetzlichkeiten und der Bioevolution, die aus den Komponenten der zufälligen Mutation, der natürlichen Selektion und der Kooperation bestehen (Nowak, M. & Highfield, R. 2010: SuperCooperators: why we need each other to succeed.- Free Press, N. Y.)?. Fast 14 Milliarden Jahre Zeit mit fortlaufender und immer feinerer, durch die Entropie gesteuerte Differenzierung der Materie sind vergangen und haben neben höheren Lebewesen, dem Bewußtsein und dem sinnsuchenden Menschen das hervorgebracht, was der Mathematiker Pythagoras erstmals Kosmos nannte, über dessen Werden und Vergehen Albert Einstein, Edwin Hubble und Stefen Hawking großartige Hypothesen schrieben und dessen irdische biosphärische Stoff-Flüsse der Zoologe Ernst Haeckel erstmals im Begriff Ökologie - dem großen gemeinsamen Haushalt - zusammenfasste. Hineingeworfen in diese archaische, unfassbar alte, unermesslich große und komplexe Struktur sieht sich der nach den Ursachen der Natur und seiner selbst fragende faustische Menschentyp zunächst hoffnungslos überfordert und von vielen natürlichen Formen, Geschehnissen und Tatsachen geängstigt und befremdet; dazu gehören auch die nach wie vor ungelösten Fragen über die Entstehung von Zeit, Raum, Masse/Energie, über die Entwicklung der Strukturen und Naturgesetze im Kosmos und inwieweit das, was er über seine Sinne wahrnimmt, mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Deshalb setzte der Mensch in der Zeit vor der Entdeckung der Naturgesetze (der wissenschaftliche Determinismus von Laplace 1749-1827) in einer gedanklichen Welt, die er Jenseits nannte, übergeordnete Instanzen, die damals für alles Unverständliche in der Natur und Ängstigende wie die Vergänglichkeit standen und die bei den Alten Ägyptern erstmals zu einer einzigen Instanz, dem Sonnengott Aton, zusammengeführt wurden. Freilich wurden im Laufe der Menschheitsgeschichte viele dieser Ideen klammheimlich von anderen weltanschaulichen Organisationen abgegriffen und plagiiert, nachdem diese versucht hatten, die Kulturschöpfungen ihrer Vorgänger zur Gänze auszulöschen; Beispiel: Zerstörung der altgriechischen Arthemis- und Serapis-Tempel durch die Christen; nur 1% der altgriechischen Kunstschöpfungen haben diese weltanschaulich motivierte, rasende Zerstörungsgewalt überdauert. Genannte weltanschauliche Organisation wollte den Menschen beibringen, dass sie sich damit zufrieden geben sollen, die Welt und die Natur nicht zu verstehen (Richard Dawkins) und dass das Wissen nicht von seinem göttlichen Ursprung getrennt werden darf. Es ist selbstverständlich, dass in den wenigen Jahrhunderten, in denen nach tausendjährigem Verbot des freien Denkens, Forschens und des sich Fortbildens - nach der langen Agonie des Dumm- und Unmündighaltens der Bevölkerung - , nämlich der dogmatischen Zensur der freien und unabhängigen Wissenschaft und Informationsquellen und dem absichtlichen Wegschließen von Wissen in öffentlich nicht zugänglichen Bibliotheken - zwischen Frühem Mittelalter und Renaissance - ohne Gefahr für Leib und Leben nach Wesen und Ursachen dieser Struktur geforscht werden darf, noch keine Erklärungen da sein können und diese großen Fragen vorerst offen bleiben müssen. Genauso unmöglich war die Erschaffung der Welt in angeblich sechs Tagen. Das seit 17 Jahrhunderten unerträglich vorlaut geäusserte Postulat der Existenz einer höheren Instanz kann doch erst dann möglicherweise gerechtfertigt sein, wenn nach vielen vielen Jahrtausenden intensiver, freier, unabhängiger und uneingeschränkter, geduldiger wissenschaftlicher Forschung keine letzte Erklärung für Entstehung, Entwicklung und Dasein der Natur und ihrer Gesetzlichkeiten gefunden werden konnte. Zudem muss geklärt werden, ob der Gesamtintellekt der Menschheit geeignet ist, möglicherweise vorhandene Gründe für das Zustandekommen dieser größten vorstellbaren Gesamtkomplexität - der Natur - zu erkennen und zu verstehen. Denn wenn dem nicht so ist, weil der Mensch seine Wahrnehmungsbereiche technisch nicht genügend erweitert oder neu gefundene Strukturen und Vorgänge noch nicht verstanden hat, dann ist auch die von dieser weltanschaulichen Institution postulierte höhere Instanz nicht notwendig: denn der Schlüssel zur letzten Erklärung könnte in dem Bereich der Natur liegen, der dem Menschen bei seinem derzeitigen technisch-intellektuellen Stand noch nicht zugänglich oder verständlich ist. Nur in Gedanken sei die kühne und optimistische Annahme gemacht, der Mensch habe nach vielen vielen Jahrtausenden intensiver wissenschaftlicher Aktivität wirklich und nachweislich alles in allen Dimensionen der Natur (einschließlich jener der strings-, branes- und der M-Theorien mit all ihren Nachfolgemodellen) gesehen, erforscht und extrapoliert und keine letzte Erklärung für ihr Zustandekommen, ihre Gesetzlichkeiten und ihre Strukturentwicklung gefunden und auch keinen Sinn in ihrem Dasein erkennen können. Dann ist eben tatsächlich kein letzter Sinn vorhanden; und ich sehe darin auch gar kein Problem. Die Natur hat sich selbst aus dem gebildet, was mangels Begreifbarkeit bis dato als das Physikalische Nichts bezeichnet wird; menschliches Dasein kann in diesem Fall keinen von der Natur gegebenen Sinn haben; ausser man schafft ihn selbst. Das Postulat einer höheren, übernatürlichen und "sinnstiftenden" Instanz ist in diesem Fall auch nicht notwendig. Ähnlich sehen das S. Hawking und L. Mlodinow (2010): Der große Entwurf. Es macht betroffen und traurig, es enttäuscht sehr und stößt ab, dass diese weltanschauliche Organisation so unfair geblieben ist, das spätestens seit den altgriechischen Philosophen etablierte logische Denken, die Vernunft und die Erkenntnisse wissenschaftlicher Forschung seit bald 2000 Jahren gewaltsam und nachhaltig zu unterdrücken, zu ignorieren und zu übergehen (DIE ZEIT Nr. 49: 66 vom 01.12.2011), um ihre Macht, Vorteile, Pfründe und ihren Einfluß zu sichern und zu retten. Damit ebnete sie der Entstehung einer stetig sich vertiefenden und verbreiternden intellektuellen Kluft zwischen Wissenschaft/Philosophie und genannter Weltanschauung den Weg und trug somit zur Erhöhung von Spannungen zwischen Gruppierungen in der Gesellschaft bei. Das ist schuldbeladenes, konfliktförderndes Verhalten durch stures Beharren ad infinitum auf dem status quo ante. Dazu kommt, dass diese weltanschauliche Organisation auch nach so vielen Jahrhunderten fortwährender, göttlich-güldener, glühender Verheißung auf ein ewiglich-seliges Jenseits immer noch nicht gestehen will, wo denn nun ihr derart gepriesenes ausserwissenschaftliches, immaterielles, "übernatürliches" Jenseits tatsächlich - in realiter - gefunden, besucht und begangen werden kann: min. 80 Milliarden Kindlein Gottes - vom Australopithecus sediba über Homo neanderthalensis bis zu Johannes Heesters - müssten sich nach min. 80 Milliarden Wiederauferstehungen dort inzwischen versammelt haben und - in der Hoffnung auf Erhörung und Erhöhung - in alle Ewigkeiten dem Chef huldigen, frohlocken und jubelnd lobpreisen. Statt eines himmlischen Lokaltermins samt Protokoll, live-Übertragung, webcam, Fotodokumentation und notarieller Beurkundung blieb alles bei "Dein Reich komme". Es kann kein Sein ausserhalb der unendlichen Natur geben: das Jenseits besteht nur in Gedanken, die mit dem Tod erlöschen, da mit diesem die Neuronen ihre Aktivität endgültig eingestellt haben. Warum lenken die Vertreter genannter weltanschaulicher Organisation nicht endlich ein, geben klein bei und gestehen zähneknirschend, dass - materialistisch-bodenständig gesehen - sich das sogenannte Jenseits ganz und gar diesseitig nur auf einem Seegrund, in den Lüften, in einer Urne, vorübergehend in den Mägen sowie auf und unter der Erde befinden kann? Man könnte weiter spotten und sagen, dass sich das sogenannte Jenseits ganz diesseitig in nichts anderem als der Bodenbildung konkretisiert. Und es ist doch tatsächlich so: Ohne die auf dem Boden wachsenden Pflanzen und von ihnen lebenden Tiere kann kein Mensch existieren; Boden - einer der wichtigsten Garanten des Fortbestands des Menschen - ist demzufolge lebendige Zukunft - das rein diesseitige Jenseits - für die Spezies Mensch. Warum hat diese weltanschauliche Organisation nicht versucht, mit den modernen, sich entwickelnden Wissenschaften und der Philosophie besser zusammenzuarbeiten, um ihre Denkmodelle zu erneuern und zu aktualisieren? Freilich weiß man spätestens seit Sir Karl Raimund Popper und Werner Heisenberg, dass in den Naturwissenschaften nichts verifizierbar ist und nicht absolut genau gemessen werden kann; aber die Ergebnisse moderner Forschung kommen der Wirklichkeit um sehr viele Größenordnungen näher als die seit nunmehr 17 Jahrhunderten immer gleichen abgedroschenen und inzwischen von vielen peinlich belächelten, weil veralteten Erklärungen - z. B. über Weltentstehung (in sechs Tagen schuf Er Himmel und Erde und am siebten ruhte Er) und Menschwerdung (Adam und Eva) - genannter weltanschaulicher Organisation. Der Psychoanalytiker Paul Watzlawick meint: wenn man nach langem Suchen und großer Ungewissheit endlich einen Sachverhalt erklären zu können meint, kann der dafür eingesetzte emotionale Einsatz so groß gewesen sein, dass man Fakten, die der Erklärung widersprechen, lieber für unwahr oder unwirklich erklärt oder ignoriert, anstelle die eigene Erklärung den neuen Fakten anzupassen (DIE ZEIT Nr. 49: 66 vom 01.12.2011). Das ist nur Recht haben wollen um jeden Preis, was mit echtem Wahrheitsbewusstsein unvereinbar ist. Das per Dogma vom Oberhirten als geschlossen definierte System der christlichen Offenbarung ist somit in geistiger Unbeweglichkeit erstarrt; er hat es selbst begraben. Dazu passt eine Denkschrift aus dem Jahr 2009, die besagt, dass kein Standpunkt über den Weltanschauungen akzeptiert werden kann. Einem vernünftigen Menschen mit positiver Lebenseinstellung kann die Wahl nicht schwer fallen, wenn er zwischen Stagnation-Restriktion-Stillstand-Endstation-Einfalt-Phlegma und Wandel-Dynamik-Fortschrittlichkeit-Aufbruch-Komplexität-Wissbegierde zu entscheiden hat. Es ähnelt einem trivialen,
feigen und billigen, weil auf das irrationale, zutiefst
menschlich-allzu-menschliche "Prinzip Hoffnung"
setzenden Taschenspielertrick, von vielen dringend
erwartete und deshalb gerne geglaubte, in Wirklichkeit
aber vollkommen substanzlose Behauptungen in die Welt zu
setzen, die bis dato weder bewiesen noch widerlegt werden
konnten: dass nämlich nach dem ersten Leben eben nicht
endgültig Schluss ist und ein zweites in viel besserer
Qualität folgt, eine übergeordnete Institution alles
regele, all dies aber weiterhin ad infinitum in einer
statischen "Großen Verborgenheit" bleibe
("Älabätsch, 'ich bin der ich bin da und sigst mi
ned!'"). Es ist menschenverachtend und -verspottend,
wenn solche billigen und skandalös seichten
Trick-Behauptungen auf grundlegende, ernste Daseinsfragen
abzielen, diese zu trivialisieren und auf Abwege zu
leiten versuchen, indem die Einmaligkeit/Singularität
von Leben relativiert und somit seine essentielle
Schutzwürdigkeit, Bedeutung und Wichtigkeit herabgesetzt
und demontiert wird. Dies erachte ich für besonders
verwerflich und gefährlich, weil die sehr
unwahrscheinliche These von der "unbegrenzten
Weiterführbarkeit von Leben - auch wenn nur in Form
sogenannter Seelen - im Jenseits nach der
Wiederauferstehung" der Ehrfurcht vor dem einzigen
realen Leben im Hier und Jetzt abträglich ist; dass das
Leben - nachdem vor vielen Jahrtausenden der
Jenseitsgedanke erstmals gefasst und diese Illusion in
den damals noch räumlich getrennten Kulturen in
verschiedene, in ihren Grundstrukturen aber sehr
ähnliche Weltanschauungskonzepte eingebettet wurde -
seither weniger geschützt war und man sich seither nicht
mehr um seine optimale Erhaltung bemüht. Jeder weiß,
worauf ich hier anspiele. Der erste jemals gefasste
Gedanke an bzw. die erste Idee über ein Jenseits hat
wahrscheinlich mit einer der Schattenseiten der Evolution
des menschlichen Gehirns zu tun: als die Neuronen eine
kritische Anzahl, Dichte und Vernetzungsqualität
erreicht hatten, waren in besonderen mentalen Zuständen
(Trance, Schock, Fieberwahn, Traum, etc.) virtuelle
ausserkörperliche Erfahrungen möglich, die
irrtümlicherweise als "real" wahrgenommen
wurden und damals zur Annahme verleiteten, dass Körper
und Geist/Seele trennbar seien. Wie beispiellos und gigantisch erfolglos das - von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen - mehr halbherzige und geheuchelte als ernstgemeinte Ringen dieser weltanschaulichen Organisation um eine gerechtere Welt oder einen besseren Menschen war, zeigt untenstehend ein Exzerpt aus der Endlosliste verwerflicher anthropogener Gewalt mit Todesfolge. Die Tatsache der "Erfindung" und Verbreitung des Römischen Kreuzes einschließlich des Aktes der Kreuzigung beschämt die Menschheit ganz besonders; ähnlich denke ich über die "Schaffung" der Deutschen Konzentrationslager und die "Endlösung": von den Seiten der Vernunft, Moral, Humanität und Empathie her zugleich betrachtet gibt es für niemanden einen Grund mehr, froh zu sein und ein unbeschwertes, von Glücklichkeit erfülltes Dasein zu führen, seitdem das geschehen ist. "Ist das ein Mensch?" - hätte der KZ-Überlebende und Schriftsteller Primo Levi aus Turin ebenso fragen können - , der solch irritierende und größte Besorgnis erregende Brutalität mittels negativer (schwarzer / schädlicher) Kreativität ausgedacht und in die Tat umgesetzt hat. Jeder kennt die alles vernichtende Antwort; aber viel zu wenige überlegen, was zu einer Besserung führen könnte. Es ist unerträglich, absurd, verstörend, ekelerregend und unverständlich, dass glückliches Leben zeitgleich (gleichgültig nebeneinander) zur Ausführung der Kreuzigung und während der Betriebszeit der KZs bestand und weiterging. Unsäglicher Hunger und Durst, entsetzlicher Schmerz, vollkommene Erschöpfung, abgrundtiefe Verzweiflung, Todesangst, bestialische Folter, maximierte Peinlichkeit, Vergewaltigung, Schändung und Mord neben Voll- und Liebesrausch, Orgien, gähnender Langeweile, Hedonismus, Überdruss, Entertainment, Luxusleben, Verschwendung, Ausschweifung, Völlerei und geilsten Lust- und Freudentänzen: das kann man dann interpretieren als den globalisierten Totentanz von Alfred Hrdlitschka oder als ein Ertrinken in Paul Celans zeitlosem Weltozean aus Schwarzer Milch. Ähnlich dem Schriftsteller Ernst Toller kann ich nicht verstehen, warum sich so viele Menschen immer mehr Monstrositäten, Unerträglichkeiten, Unsäglichkeiten, Tabubrüche und humanitäre Versagen antun und damit nicht aufhören können, weil sie es wollen und - weil sie ganz genau wussten und wissen, dass sie Böses taten und tun - anschließend verzweifelt versuchen, ihre Missetaten zu kaschieren, zu verdrängen, vergessen zu machen, abzuwälzen oder anderen unterzuschieben. Haben so viele Menschen das wirklich nötig? Wie dreckig und niedrig soll's denn noch werden? Viel einfacher wäre doch, solche kapitalen Dummheiten zu unterlassen. Der Teil meiner Arbeit ist erst dann getan, wenn ich diesen mentalen Irrsinn genau verstanden habe, der alles zerstören und alles schänden will; wenn ich weiß, welche Knopfdrücke im Limbischen System eines menschlichen Gehirns die Ratio vorübergehend oder dauerhaft ausser Kraft setzen und wie solche Reaktionen verhindert werden können und was zu einer Besserung führen kann. Ein Lösungsansatz dazu könnte sein, Funktionsweisen der Hirnregionen besser zu erforschen und zu verstehen, in denen "Glaube", Sehnsüchte, Träume und Gefühle verortet sind: das sind Brodmann-Region 10, rechter medialer präfrontaler Kortex, Nucleus accumbens und Amygdala (DER SPIEGEL Nr. 50: 58 vom 13.12.2010). Vielleicht wird dann auch erklärbar, warum nach dem ersten Blutrausch (1914-1918) der Deutschen noch unbedingt ein zweiter (1939-1945) - einschließlich der Shoa - sein musste. Über das gräßliche Geschehen der Kreuzigung mit speziell dazu ausgeklügelten rituellen Vorbereitungen ist mir von diversen "Fachkräften" in deutschen Erziehungs- und Bildungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche mehrmals, hochdosiert und in ihrer widerlich-ekelhaften Penetranz derart verletzend kundgetan worden, dass man dies für empfindsame junge Menschen leichthin als letal bezeichnen kann. Das geschah, ohne dass ich damals jemals davon hören wollte oder jemals danach gefragt hätte. Ich bringe dazu zwei Beispiele: Zunächst von einer "Fachkraft" für Kindererziehung: Fräulein Gertraud F. ereiferte sich stundenlang über das Leben von Gottes Sohn und besonders gerne und erregt über seinen Leidensweg, euphemistisch zur "Passionsgeschichte" erhoben, die dem zweiunddreißigjährigen jungen Mann widerfuhr und die sie mit vielen ekligen Details wiederholt darbot. Sie verdeutlichte ihre Ausführungen, indem sie verdeckte großformatige Bilder mitbrachte und diese nach langer und spannender Ankündigung an der Schreibtafel enthüllte und in der ihr eigenen Art trefflichst kommentierte; gebannt starrten unsere jungen Augen aufgerissen auf diese entsetzliche Bilderserie rohester Gewalt: es waren Repliken von "Gefangennahme", "Geißelung", "Dornenkrönung", "Verspottung", "Ecce Homo", "Kreuztragung", "Kreuzanheftung", und "Kreuzigung" aus der Kleinen Kupferstich- und Holzschnittpassion Albrecht Dürers. Unbewusst entfuhr unseren Mündern ein fasziniertes Ooh und Aah. Fräulein Gertraud F. pries seine edle und vorbildliche Körperhaltung an der Steinsäule; v. a. die grazile Voranstellung seines linken Beines auf dem Fußballen. Sie klärte uns mit hochrotem Kopf über die absolute Notwendigkeit und Ordentlichkeit des Lendenschurzes von Gottes Sohn auf und berichtete detailliert darüber, wie Bündel von Lederriemen mit daran befestigten Metall- oder Knochensplittern - Geißeln genannt - mit größtem Effè auf Körperpartien und "sogar ins Gesicht" geschlagen - "reingedonnert" - wurden. Bei Blatt 10 wurden wir instruiert, dass der edle, weil weiße Körper von Gottes Sohn ganz im Gegensatz zu den Körpern der beiden Schächer sehr schön und besonders ordentlich, sogar vorbildlich am Römischen Kreuz hinge; ergänzend hörten wir, worin der Unterschied zwischen dem Drei- und dem Viernagelkreuz besteht. Freilich, so erklärte sie, habe zum Heil aller Sünder auf der ganzen Welt dieser größte Held - der Heiland, Sohn des Herren - alle Qualen "sehr tapfer" und klaglos-schweigend hingenommen und "den Kelch geleert". Ich erinnere auch die Begriffe, mit denen sie uns Kindern das Sterben am Römischen Kreuz begreiflich zu machen versuchte: sie lauteten "Krepieren" und "Verrecken". Sobald der Kopf nach unten hing und nachdem ein besonders lauter Schrei erfolgt ist, so erklärte sie uns, sei mit Sicherheit der Tod eingetreten. Solche Erzählungen und Bilder waren mir unheimlich, beschämten mich, machten mich sehr nervös und erzeugten in mir Unruhe und Angst. Mir war das gar nicht recht. In meinen damaligen Schreib- und Zeichenheftchen findet sich ein mit wackligen Strichen gezeichnetes Römisches Kreuz und mehrmals das geschriebene Wort Kreuz: die Rechtschreibübung für den Großbuchstaben K des Alphabets der deutschen Sprache lautete damals Kirche - Kelch - Kreuz - Kerzen - Kinder, was genau in eine Zeile passte; zudem hatte ein jeder der Gruppe ein Fleißheftlein anzulegen, in das er Heiligenbildchen der Serie "ars sacra" sorgfältig einzukleben hatte; unter diesen befanden sich in meinem Heft auch solche mit Szenen der Dornenkrönung und die Kreuzigungsgruppe. Fräulein Gertraud F. führte uns Kindlein des Lebendigen Gottes zu guter Letzt auch noch höchstpersönlich zum real sichtbaren Tod: über den Friedhof in die damals kleine Aussegnungshalle zu einem offenen Sarg, wo ich Gevatter Boandlkramer im gelbgrau-wachsblassen, erstarrten und eingefallenen Gesicht einer uralten Frau erstmals erkannte. Jahaha, so sind wir Lämmlein Gottes damals von Gertraud F. "gelockt und auf die Weide geführt worden". So erfuhren wir in diesem weltanschaulichen Unterricht von einem Adam und einer Eva in einem Paradies, einem Apfel, einer Schlange, einem Sündenfall, von einer Vertreibung, von Engeln und Erzengeln, einer Sintflut, einer Arche Noah, von einem Jesuskindlein, das so gescheit war und so lieb zu allen Menschen, von einem Heiligen Geist, einer Dreifaltigkeit, einer Erbsünde, einem Luzifer, einem Jüngsten Gericht, das pausenlos jubelnd und frohlockend himmlische Gerechtigkeit feiert, einer Wiederauferstehung, einem donnernden Höllensturz aller Sünder in endlose Tiefe, einem heißen Fegefeuer, einem Teufel oder Satan tief drinnen in der schwarzen Hölle und der Tatsache, dass ein Mensch vom Kopf Richtung Fuß immer dreckiger werde und man besser dort auch gar nicht hinsehen und erst recht dort nicht hinfassen soll. Diese "Tatsache" aber, dass der menschliche Körper ein Gefäß der Sünde sei, schien mir damals seltsam, denn uns wurde wenig später froh verkündet, der Mensch sei zweifellos die Krone der Schöpfung. Freilich mussten wir wegen unserer vielen lässlichen Sünden auch Beichten lernen. Beichtspiegel auswendig lernen und Probeknien im Beichtstuhl waren deshalb angesagt: bei letzterem wurde die vollkommen korrekte und kerzengerade - ideale - Körperhaltung jedes einzelnen Kindlein Gottes von Herrn Monsignore M. höchstpersönlich sorgfältig kontrolliert und kommentiert: der kleinste der Gruppe musste coram publico auf der obersten Stufe im Beichtstuhl probeknien; dann der größte auf der untersten Stufe: tja, da war ich dann selbst dran und das erniedrigende Knien, diese Zwangs-Demutshaltung, fühlte sich sehr seltsam und peinlich-blöde an. Freilich zeitigten diese hochkonzentrierten Manipulationsversuche schon bald sehr erfolgreich und durchschlagend Wirksamkeit in eine Richtung, die - mangels jeglicher Vernunft auf Seite der Verantwortlichen und Erziehungsbeauftragten - nicht vorhersehbar war und deshalb nicht verhindert werden konnte: besonders aggressive Individuen der Gruppe - nämlich die mit den geringsten Lern- und Erfolgserlebnissen in der Anstalt - packten den Schwächsten, verschleppten und entkleideten ihn, banden ihn an einen Baum und verletzten seinen mageren und schwachen Körper mit Schlägen schwer. Später fanden Spaziergänger den Verlassenen und halfen. Der Fall wurde polizeilich untersucht und kam vor Gericht. Freilich zwang man den Mißbrauchten und Mißhandelten, die verbleibenden Jahre zusammen mit seinen Peinigern bis zum Abgang in derselben Gruppe zu bleiben. Fazit: Es besteht kein Zweifel, dass in dieser Bildungsanstalt Jugendliche sehr früh schon auch auf Grausamkeit, Unvernunft, Rohheit, Irrationalität und Inkonsequenz konditioniert wurden. Und man glaubte wohl, dass sie mit diesem Rüstzeug besonders wertvolle Mitglieder der Gesellschaft werden könnten. Ich erinnere konkret, in jener schrecklichen Zeit selbst die hochnotpeinliche Frage gestellt zu haben, ob es denn gewesen sein kann, dass der Papst damals auch einmal gefoltert worden ist. Viel sinnvoller wäre doch gewesen, anstelle obiger Horrorgeschichten und heiligen Märchen den Jugendlichen mehr von der realen Welt, der Natur zu zeigen, vernünftig zu erklären und ihr Verständnis für Schönes und Interessantes in der Natur zu wecken und individuell zu fördern. Da ist wegen all dieser gefährlichen, verantwortungslosen, eselsgleichen Gefälligkeiten gegenüber einer weltanschaulichen Organisation über viele Jahrzehnte in dieser Bildungsanstalt bei Tausenden von Erziehungsbefohlenen sehr viel an intellektuellem Weiterkommen verzögert und versäumt sowie ihre Seelenleben schwer bzw. irreparabel beeinträchtigt worden (braindumping (Blödmachen) durch Dummhalten, Ängstigen, Einschüchtern, etc.). In der Mittelstufe einer
Bildungseinrichtung für Jugendliche berichtete Kaplan
Günter M. schon wieder sehr detailliert darüber, wie
und warum Gottes Sohn am Römischen Kreuz starb:
vergleichend bemühte der Diener Gottes dazu lange
Passagen aus einem Bericht über ein in der NS-Zeit als
"kriegswichtig" eingestuftes
Menschenexperiment, das in einem Hitlerdeutschen
Konzentrationslager als Reihenuntersuchung lief. Der
Bericht war in einem dünnen Büchlein mit schwarzem
Einband abgedruckt. Was der Menschenhirte daraus vortrug,
war sinngemäß folgendes: Mit ausgebreiteten Armen rief der Verkünder des Lebendigen Herrn anschließend "froh und gelöst" in die in den Zustand der Schockstarre und der tiefsten seelischen Erschütterung getriebene, komplett erschlagen schweigende Runde, dass es "für Gottes Sohn ein Leichtes gewesen war, die Nägel am Römischen Kreuz zu ertragen", er aber auf gleiche Weise wie alle Versuchspersonen dieser KZ-Reihenuntersuchung erstickt ist, weil er - am Römischen Kreuz in den Armen hängend - auf Dauer doch zu wenig Atemluft bekommen hat. Der finale Erstickungsschrei jeder für dieses KZ-Menschenexperiment verwendeten/ausgewählten Versuchsperson hat die gleiche Ursache wie jener vom Sohn des Herren am Römischen Kreuz. Genau so hat es ein Interpret des Allmächtigsten in die Runde gesprochen, die von solchen grässlichen Geschehnissen wirklich nie etwas wissen wollte. Während des Vortrags dieses nachgeordneten "Verwalters von Geheimnissen Gottes" wurde mir sehr unwohl und ich wurde immer nervöser. Seine bedrohlichen, brutalen und entsetzlichen Worte wurden mir immer peinlicher; meine negative innere Anspannung stieg sehr stark an, ich fühlte mich unerträglich beschämt, errötete stark und wollte den Raum dieser "Bildungsanstalt" sofort verlassen, weil ich wusste, dass ich hier gezwungen wurde, im wahrsten Sinne des Wortes Unsägliches anzuhören. Heute nenne ich die Situation, der ich damals ausgesetzt war, eine verbalsadistische; ich war zugleich Opfer und Zeuge, als eine Gruppe Erziehungsbefohlener von einer offiziell autorisierten Person mit dem Titel eines nachgeordneten Stellvertreter Gottes kollektiv verbal vergewaltigt wurde. Ich wollte damals schnell fort, weil mir die Situation unerträglich wurde. Aber ich hatte wegen meines Unterdrücktseins und eingebleuten Gehorsams keinen Mut zu fragen, ob ich den Bildungsanstaltsraum verlassen dürfe. Also blieb ich trotz größten Widerwillens. Erst Jahrzehnte später konnte ich über diese extreme Verbalgrausamkeit reden, die ich in einer deutschen Bildungsanstalt aushalten musste. Mir war dieser Vortrag aus dem Bericht über ein KZ-Menschenexperiment vollkommen, fast bis zum Erbrechen unerträglich. Und das aus zweierlei Gründen: zum einen der Bericht über das unmenschliche Geschehen an sich; zum anderen die Tatsache, dass man gezwungen war, sich Unsägliches anzuhören. Ich wandte mich deshalb so bald wie möglich von diesem Verkünder göttlichen Heils ab und wechselte die Art der Bildungsveranstaltung. Aber in der Parallelgruppe war es nicht sehr viel besser: denn dort erzählte eine besonders unsensible "Fachkraft" mit dem akademischen Titel "doctor rerum philosophorum" davon, wie im Dreißigjährigen Krieg schwedische Soldaten das deutsche bäuerliche Volk sadistisch quälten: die "Fachkraft" trug den entsprechenden Textabschnitt aus dazu verfügbarer Literatur (es war der barocke Schelmenroman von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen: Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch. 1. Buch, 4. Capitel, Seiten 24-26, Insel Verlag, 1956, Nachdruck) ausführlich, süffisant und genüsslich vor. Sinngemäß sind - neben anderen - folgende Passagen in konkreter Erinnerung geblieben: "......den Männern wurden Pferde-Exkremente oral eingeflößt ... und von den Frauen sah man nichts mehr; aber man konnte ihre Schreie hören." Und ich sah die "Fachkraft" tatsächlich dabei grinsen, als sie das vortrug. Wie peinlich und beschämend, dachte ich damals. Diese gottverdammt verreckte Drecksau, denke ich heute. Noch blöder wurde es, als sie uns bei anderer Gelegenheit weismachen wollte, das Verbum "scheiden" sei sprachlich ableitbar von einem ähnlich lautenden Wort, bei dem an Stelle des Kleinbuchstaben d ein Doppel-s geschrieben steht. Jahaha, so zeitweilig unerträglich ordinär und diskriminierend war das damals in einer höheren deutschen Bildungsanstalt, die zur Universitätsreife führen sollte! Ich kam also den in die Lehrinhalte immer wieder eingeflochtenen Verbalsadismen mit den immer gleichen Ekelthemen über Maximalgrausamkeiten [Vergewaltigung, Folter: "... richtig feste leiern auf dem Streckbrett ..." (H. S., ehemaliger Historiker dieser Anstalt), Sadismus, Mord] oder diskriminierende Zoten (frank und frei dröhnte ein sichtlich amüsierter Chauvi: "Apfelärschchen oder Birnenpopöchen?") nicht aus, egal wohin ich mich in dieser Bildungseinrichtung wandte. Durch diese seelischen Rohheiten ist mir großer psychischer Schaden (Unsicherheit, Angst, übersteigerte Scham, etc.) zugefügt worden. Denn verbale Gewalt und unnötig ausführliche, dazu zynisch und verächtlich gebrachte Erzählungen über grausame Handlungen - beides Grenzüberschreitung - bewirken bei empfindsamen Kindern und Jugendlichen die Erzeugung großer Angst und führen bei den weniger sensiblen zu Abstumpfung und Verrohung. In jedem Fall werden ihre in Entwicklung befindlichen Seelenleben empfindlich gestört, deformiert und ungünstig beeinflusst. Freilich gewinnt man, sofern man es denn nötig hat, auch auf diese primitive Art Macht, erzwingt mit diesem zutiefst unfairen und feigen Druck Gehorsamkeit, Unterwürfigkeit, Anpassung und presst alle gewaltsam hinab in Richtung Obrigkeitshörigkeit, Duckmäuserei und Kadavergehorsam. Solch ein System birgt aber Labilität in sich, weil der Druck ständig erhöht werden muss, was ab einem gewissen Quantum vom Stressor nicht mehr geleistet werden kann. Viel besser hingegen ist aus Vernunft, Gerechtigkeit, fachlicher Kompetenz, Empathie, Fairness, Menschenliebe und kritischer Toleranz entstandene natürliche Autorität, die das archaische Primitivmittel der Unterdrückung nicht kennt. Und weil solche zweifellos
besonders widerwärtigen und verwerflichen, von fast
allen Eltern, Erziehungsbeauftragten, -managern und
sonstigen Entscheidungsträgern geduldeten
"Ergänzungen" zu pädagogischen Inhalten
jahrzehntelang stets hinter den sorgfältig
verschlossenen Türen der Bildungsanstalten aus den
Mündern menschlich sehr schwacher und deshalb
unsensibler und extremistischer "Fachkräfte"
mit Mach 1 über die Gehörgänge in die Köpfe der
Jugend hineingeschossen wurden und mit ihren nadelspitzen
Widerhaken darin stecken blieben, stehen diese Legionen
von Missetaten an Jugendlichen endlich - und sei es auch
sehr viele Jahre später - an der Stelle, wo sie schon
längst hingehören: nämlich am Pranger, der vor
Rückfällen bzw. Wiederholungen abschreckt. Schlussbemerkung: Ein System, das auch solche besonders schwachen Aspiranten aufnimmt, die sich vorab seelisch brechen und zerquetschen haben lassen und dem Kadavergehorsam frönen, steht mit eineinhalb Beinen im Korruptionssumpf und ist dabei, sich selbst qualitativ zu entwerten und seine Autorität selbst zu demontieren. Indem es versucht, ein neutrales, faires und demokratisches Gesellschafts- und Bildungsfundament zu unterlaufen und das Prinzip der Offenen Gesellschaft (Sir Karl Raimund Popper) willentlich zu zerstören. Ich verachte die korrupten Bestandteile solch eines Systems und höre sie jetzt schon, die Hass-Schreie dieser hochdekorierten, vielgeehrten und finanziell bestens ausgestatteten willigen Vollstrecker, Epigonen und Emeriti. Epilog Die Auswirkungen negativer Aggression - das ist die in jedem Menschen in unterschiedlicher Ausprägung vorhandene Gewaltkonstante - beeinträchtigt die Qualität des Daseins zeitlos und überall: wo Mensch haust, verhindert er wegen der weitgehend frei ausgelebten negativen Komponenten seiner natürlichen Aggression - das ist verwerfliche Gewalt im weiteren Sinne: definiert durch physische, verbale und seelische Gewalt sowie seine stillen, sanften, verdeckten, maskierten, pseudopassiven und indirekten Varianten (Täuschen, Verhindern, Unterwandern, Des- und Nichtinformieren, Manipulieren, Drängen, Vereiteln und Unterlassen (nicht helfen, alleinelassen)) - friedliches Zusammensein: mobbt, betrügt, verleumdet, bestielt, verrät, beraubt und quält seinesgleichen und trampelt es tot. Die Zahl der an der Austragung von Konflikten Beteiligten reicht vom Minimum eins (Autoaggression) über Millionen (Angriffs-, Eroberungs- und Rohstoffkrieg) bis zu mehr als einer Milliarde (Weltanschauungskrieg, Kalter Krieg). Die Weiterung von Gewalt geschieht auch durch Import von Konflikten, schädlichen Verhaltensweisen und problematischen Lebensstilen in fremde Kulturen einer globalisierten Welt (John Gray in der Zeitschrift Prospect). Es scheint, dass der Mensch von seinen verwerflichen negativen Aggressionshandlungen nicht genug bekommen kann und deshalb sich selbst sein größter Gegner ist. Von daher gesehen ist es nur absichtliche Desorientierung durch Vertreter oben genannter weltanschaulicher Organisation, ein Wesen mit solch problematischem Sozialverhalten als "Krone der Schöpfung" über Jahrhunderte hinweg pauschal und undifferenziert zu würdigen: eine kapitale Lügen-Wasserstoffbombe, eine Heuchelei, die die Vollendung einer Entwicklung suggerieren möchte, welche aber der Wirklichkeit diametral widerspricht. In der globalisierten Umsetzung wahren humanitären Handelns und generalisierter Globalfairness soll der Mensch doch erst mal beweisen, dass er nicht das Gegenteil der Krone der Schöpfung ist: nämlich nur ein kläglicher Klodeckelhirsch. Es darf nicht sein, dass Harmonien zum größten Teil nur mehr in den virtuellen Räumen der Musik, des Theaters, der Literatur und der Mathematik bestehen. . Verallgemeinert und im übertragenen Sinn interpretiere ich Kreuzigung wie folgt: einer Person wird willentlich zu Unrecht oder willkürlich ein Problem bereitet, das sie sicher in den Tod zwingt. Sehr viele Einzelpersonen, Gruppen oder Großkollektive konnten bis heute den Versuchungen nicht widerstehen und haben in diesem Sinne - oft fantasievoll modifiziert und kaschiert - gehandelt, indem sie andere eigenhändig mordeten oder entsprechende Aufträge erteilten, um ihre Macht zu halten oder sich Vorteile zu verschaffen, wie z. B. die 94 Millionen Morde im Namen des kommunstischen Ideals (Freiheit & Recht April 2011/1+2: Seiten 11-16). Im folgenden ein sehr kurzer Auszug aus der Liste anthropogener Gewaltausbrüche mit Todesfolge auf dem Welt-Schlachthof (DIE ZEIT Nr. 18: 52 vom 28.04.2011), unserem inzwischen wohl irreparabel zerstörten Paradies; es ist das Exzerpt einer Tatsachen-Endlosliste über die Nichtexistenz Gottes. Es folgen treffende Argumente, die verdeutlichen, wie gering für sehr viele Menschen der Anreiz war und ist, das Humanitäre zu leben, das Johann Wolfgang von Goethe im Leitsatz "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut" fokussierte. Anders gesagt geht es um eine frustrierend endlos scheinende Kette widerlich-ekliger Tabubrüche, die eine tiefe Betroffenheit und Nachdenklichkeit provozieren dahingehend, warum das über so lange Zeit so geblieben ist und ws geschehen muss, damit es endich besser wird. Eine
kurze Liste anthropogener Gewalteruptionen mit
Todesfolge
Diese wenigen Fälle sollen hier stellvertretend für sehr viele Millionen Kreuzigungen im übertragenen Sinne stehen. Und es werden - ohne baldige Aussicht auf Besserung bzw. Humanisierung - noch mehr in dieser Größenordnung folgen. Das Schwarzbuch mit der vollständigen Liste verwerflicher anthropogener Gewalt mit Todesfolge muss geschrieben und veröffentlicht werden. Mit seinem Buch "Das Böse" (2011) und mit ihrer Ausstellung "A living man declared dead and other chapters" (2011) (Im Archiv der Tragödien. DER SPIEGEL 38: 136-138, 19.09.2011) haben der Schriftsteller T. Eagleton und die Fotokünstlerin T. Simon einen Anfang gemacht. Die vollständige Liste ist unbezwingbares Argument gegen die Existenz einer übergeordneten steuernden Instanz, über die hartnäckig und wider besseres Wissen behauptet wird, sie sei das beste, vernünftigste, weiseste und gerechteste Wesen und regele überall alle Geschehnisse in Güte (Thomas von Aquin) sowie gegen die Existenzberechtigung seiner selbstinthronisierten irdischen Vertreter. Die Rechtfertigung des "Bösen" - im Rahmen der Augustinischen Prädestinationslehre, die zudem den freien Willen des Menschen verneint - als Wille Gottes ist inakzeptabel. Die im September 2011 geäusserte Meinung des Oberinterpreten Gottes, der Herr lasse seinen Menschen die Freiheit, sich für das Böse zu entscheiden, ist hilflos und unverständlich; gleiches gilt für die am 19.09.2011 gegebene Empfehlung, die Wahrnehmungsfähigkeit für Gott neu zu entwickeln. Auch die im Jahre 1710 von Gottfried Wilhelm Leibniz geäusserten Ideen, - dass durch Vorsorge und vollendeten Harmoniebestrebens des Weltenlenkers auch durch Böses letztendlich Gutes entstünde, dass der sich selbst überlassene Mensch dank seiner steuernden Vernunft den Weltengang zum Besseren wenden könne und dass er deshalb in der "besten aller möglichen Welten" lebe - , haben sich als nicht haltbar erwiesen. Die in eine ferne Zukunft, vielleicht sogar in eine gedachte zeitliche Unendlichkeit verschobene positive Wirksamkeit des Bösen erachte ich als problematisch und gefährlich. Ein konkret nachgewiesener Fall, dass durch Böses später tatsächlich Gutes entstand, ist bis dato nicht bekannt geworden. Diese Position verhöhnt zudem alle Opfer, weil sie Böses rechtfertigt und notwendig macht. Ausserdem ist im Umkehrschluß noch kein Fall bekannt geworden, dass aus Gutem später Böses geworden sei. Beispiele für reale
Selbstkreuzigungen im übertragenen Sinne: Beispiele für virtuelle
Kreuzigungen im übertragenen Sinn: Versuch einer
Zusammenfassung und eines Ausblicks: Die Meinung des Evolutionspsychologen und Gewaltforschers Prof. Steven Pinker (Univ. Harvard, USA), dass die Zeit der Aufklärung in Europa eine nachhaltige, stetig wirkende, humanitäre und moralische Entwicklung in Richtung Gewaltverzicht und globalisierter Friedfertigkeit hervorgebracht habe (S. Pinker 2011: Gewalt. Eine neue Geschichte der Menschheit. S. Fischer Verlag), teile ich nur eingeschränkt: denn zum einen ist es riskant und moralisch problematisch, als spezialisierter Forscher auf dem weiten und unübersichtlichen Feld stetig praktizierter Gewalt mit seinen sich wandelnden, schwierig einzuschätzenden und zu bewertenden Komponenten Entwarnung zu geben, indem man eine "beispiellose Phase des Neuen Friedens" erkannt zu haben meint (S. Pinker in DER SPIEGEL: 42: 152-155, 17.10.2011und GEO 12: 134-135, 2011). Und zum anderen meine ich, dass in Anbetracht der vielen im 20. und 21. Jhd. neu entwickelten direkten und indirekten sowie exportierten Gewaltformen, ihren komplexen Vernetzungen und ihren zeitlichen Fernwirkungen auf zukünftige Generationen (Vernichtungskrieg, Überbevölkerung, Verdichtung, Ressourcenverknappung, Klimawandel, etc.) von der Vernunft und dem Hausverstand her kaum Anlass zu Optimismus betreffend globaler Gewaltminderung gegeben sein kann. Sinnvoller wäre doch gewesen, eine wissenschaftlich fundierte Abhandlung über die Evolution anthropogener Gewalt zu schreiben. Vernünftige,
zukunftsfähige Zivilisation kann nur als
langzeitbeständiger Prozess fortschreitender
Gewalteingrenzung, -extraktion und -zurückdrängung in
einer global immer weiter vernetzten Gesellschaft
verstanden werden. Es muss darüber nachgedacht werden,
warum der zeitliche Durchläufer der Beständigkeit der
verwerflichen menschlichen Gewaltkonstanten parallel zum
sozialen Evolutionsprinzip - darunter verstehe ich den
Zivilisationsdruck in Richtung ständiger
Qualitätsverbesserung des Zusammenlebens zwecks
Minderung kollektiven Schmerzes im weiteren Sinne (S.
Freud) - besteht und - wenn ja - warum dies leider so
ist. Je länger die
Liste der Gewalt fortgeschrieben wird, desto
problematischer, schlechter vermittelbar, peinlicher und
unverträglicher wird ihr Transfer an
Erziehungsbefohlene, wenn diese sich in Bildungsanstalten
mit der Menschheitsgeschichte zu befassen haben; mit
Hilfe des Internets, entsprechenden Sachbüchern in
Bibliotheken sowie Dokumenten in Archiven kann begonnen
werden, diese Liste - eine Tabelle mit vielen Millionen
Zeilen - zu erstellen. Jugendliche können daraus nur
schließen, dass der durchschnittliche Mensch in der
Masse aus der Geschichte seiner verwerflichen negativen
Aggressionshandlungen - seinen schweren Fehlern - und
ihren verheerenden Folgen nichts lernt: statt der
unerbittlich korrekten Verbreitung ernüchternder
historischer Geschehnisse und lehrreicher Wirklichkeit
praktiziert er vielmehr organisiertes Sakralisieren,
Heroisieren, Euphemisieren, Vergessen, Bagatellisieren,
Verdrängen, Leugnen, Kaschieren, Ignorieren, Lügen und
Verbieten und begeht damit immer größere Feler in
Endlosschleife. Beispiele: Sigmund Freud stellte fest, dass anlagebedingt in der menschlichen Psyche unterschiedliche Anteile an Eros und Thanatos bestehen und gelebt werden. Es kann nur der nihilistisch-selbstzerstörerische Todestrieb sein, wovon verwerfliche Gewaltimpulse ihren Ausgang nehmen, über deren Dasein die allermeisten Menschen jedoch selbst reflektieren und über deren Ausführung sie selbst - willentlich - bestimmen können. Das behaupte ich auch eingedenk der aktuellen Diskussion, ob ein wissenschaftlich fundierter, eindeutiger Nachweis tatsächlicher Willensfreiheit (freier Wille als Illusion?), die mit der Studie "Hirnforschung und Willensfreiheit" das Problem Determinismus-Indeterminismus (Libet-Experiment) aufgriff, noch gelingen kann. Es erscheint paradox, dass der extrem hohe Komplexitätsgrad des und die vielen biologischen Variablen im menschlichen Gehirn ein nichtdeterministisches Ganzes hervorbringen, obwohl seine Grundbestandteile - die Moleküle - streng deterministisch den Naturgesetzen unterliegen, wenn sie chemisch reagieren (S. Hawking & L. Mlodinow: 2010: 35, Der große Entwurf). Die Diskussion über den freien Willen wird weitergehen, ob es denn wirklich möglich ist, dass sehr viele deterministisch funktionierende Einzelteile ein indeterministisch agierendes Ganzes erzeugen können (dazu bestehen ähnlich gelagerte Probleme in der rein physikalischen Welt: z. B. Klimaprognose, Erdbeben- und Blitzschlag-Vorhersagen); ebenso die Diskussion über das Problem, ob der Wille eines Menschen wegen der großen Anzahl vererbter mentaler biologischer Programme (Triebe, Reflexe, Instinkte) mit ihren evolutionsbedingt oft überwältigend intensiven Ausführungs- und Erfüllungszwängen, wegen der Fähigkeit zu spontanen und/oder emotionalen Reaktionen (z. B. Affekt, Begeisterung), wegen der Fähigkeit zu besonderen mentalen Zuständen (z. B. Trance, Schockzustand, Extase, Hypnose, Traum, Rausch, Delir), wegen diverser mentaler Erkrankungen (Wahn, große Ängstlichkeit, Sucht, Zwang, Depression, Schizophrenie, Narzismus, etc.) und dem von S. Freud entdeckten Unbewussten nur bedingt frei sein kann; die split-brain Experimente der Arbeitsgruppen um M. Gazzaniga (Who's in charge? Free will and the science of brain. Ecco, New York, 2011) weisen eher in Richtung eines deterministisch arbeitenden Gehirns. Gazzaniga meint, dass unser Handeln nur deshalb indeterministisch erscheint, weil wir ständig mit der Umwelt und den Mitmenschen komplex interagieren und dass die linke Hirnhemisphäre permanent ein selbständiges Ich und eine eigene virtuelle Realität simuliert (DER SPIEGEL 50: 149-152 vom 12.12.2011). Ich selbst bin aber der Ansicht, dass der menschliche Wille zum allergrößten Teil wirklich frei ist: je sorgfältiger man das, was man unmittelbar ausführen möchte, reflektiert, von aussen betrachtet und vernünftig und ruhig überdenkt, desto freier wird der eigene Wille. Auch Reaktanz und Trotz sind Indizien für die weitreichende Freiheit des menschlichen Willens (DIE ZEIT Nr. 46: 17-19 vom 10.11.2011). So offenbart fast jeder weitere verwerfliche Gewaltevent erneut menschliches Dauer-Versagen: träges, zähes, verstocktes, dummes und dumpfes Verharren des Menschen in seiner scheinbar unverbesserlichen Unfähigkeit zur gewaltfreien Problem- und Konfliktlösung, zur Gewaltprävention, De-Eskalation, Mediation und zum positiven Miteinander, weil er der Versuchung immer wieder nachgibt, schwach wird, soziopsychologischem Druck (situative Gruppendynamik, Autoritäten) und systemischen Faktoren (Umstände, Einflüsse) nicht standhält (Philip Zimbardo 2008: Der Luzifer Effekt) und seinen Macht-, Habgier- und Vorteilnahme-Impulsen - seinem überzogenen Egoismus - freien Lauf lässt; ähnlich einer immer wieder an eine Fensterscheibe stoßenden Fliege. Das sich verbreiternde Wissen über solch peinliche Langzeit-Stagnation wird aber auf Dauer bei den nachkommenden Generationen immer mehr Angst, Depression, Enttäuschung, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung hervorrufen sowie ganz zurecht einen unermesslichen, bodenlosen Zorn, gedankenlos oder absichtlich in solch eine immer weiter entstellte und degradierte, weil über Jahrtausende vieldimensional gewaltbesudelte Welt - die größte denkbare moralische Kloake - geworfen und mit allen zwischenzeitlich angehäuften, weil prokrastinierten Problemen alleine gelassen worden zu sein. Laufend werden immer mehr Risiken sowie ökonomische, ökologische und moralische Schulden auf kommende Generationen weitergewälzt (DIE ZEIT 43: 1 vom 20.10.2011). Der Begriff vom "Geschenk des Lebens" (donum vitae) und der Empfangsgruß "Willkommen im Leben" klingen da wegen ihrer Einseitigkeit nur mehr harmlos oder peinlich oder verlogen oder zynisch. Genauso wie man Leben und die Freude daran "schenkt", öffnet man im gleichen Zug unwiderbringlich auch das Tor für potentiell noch mehr Ärger, Distress, Krankheit, Arbeitslosigkeit, Gewalt, Konfrontation mit weitergeschobenen Problemen, Armut, Siechtum, Vergänglichkeit und Tod; ist der Mensch dann auf der Welt, drischt den Rest seines Leben Gewalt auf ihn ein; wie z. B. in der brutalisierten Arbeitswelt, in der der zum ganz normalen, harmlosen Lebenwollen notwendige, essentielle Wille zum Broterwerb von den frei agierenden, gewaltsamen Kräften der Marktwirtschaft zu einem quälenden Desaster und Dauerstress degradiert worden ist. Es ist unerträglich, aus der Liste der Gewalt ableiten zu können, dass sich das verwerfliche negative Aggressionspotential des Menschen gar nicht bis nur unwesentlich verringert hat und Egoismus/Monetarismus neben Killizismus, Bellizismus bzw. Militarismus/Paramilitarismus fortbestehen. Es besteht kein Zweifel daran, dass gewaltminimiertes Zusammenleben und gewaltminimierter Dialog zusammen mit einer ehrlichen, vernünftigen und fairen Diskussions-, Streit- und Versöhnungskultur viel erfreulicher und besser sind und die Lebensqualitäten aller offenen Gemeinschaften ins Positive wenden bzw. im Positiven halten. Das Ausleben verwerflicher negativer Aggression lädt nur noch mehr absichtliche, gewollte Endlichkeit auf die naturgegebene Endlichkeit drauf. Es gäbe kein besseres Geschenk an die Jugend als ein nachhaltig gesichertes, inert gemachtes, gewaltminimiertes System demokratischen Zusammenseins; Bundespräsidenten-, Bundeskanzler-, Bundesminister-, Landesminister-, Kreisrats-, Gemeinderats- und Eltern-, Paar- und Gruppen-Eigenschaft sollte vor allem anderen zuerst in diese Richtung wirken. Hier könnten endlich die großen und besonders wichtigen, weil vertrauenstiftenden, aber leider längst überfälligen Nachweise geführt werden, dass die ältere Generation tatsächlich auch an das Wohlergehen ihrer Abkömmlinge denkt, sie liebt und deshalb gewillt ist, positive Nachhaltigkeit betreffend dauerhafte Gewaltminimierung zu realisieren. In diesem Fall wären der Aufsatz "Der kommende Aufstand" eines Anonymus, die Streitschriften "Empört Euch" und "Engagiert Euch" von Stéphane Hessel sowie die Attac- und Occupy-Bewegungen (2011), allesamt deutliche und ernstzunehmende Manifestationen gesellschaftlichen Unbehagens, erst gar nicht entstanden. Es muss von verwerflicher negativer Aggression jeder Art abgelassen werden. Gewalt hat noch nie ein Problem gelöst, sondern stets mindestens eines draufgesetzt; ausser es handelt sich um die tragisch-traurigen Zwangsfälle des Tyrannenmordes, der Selbstverteidigung, der Verhinderung von Genozid/Massenmord und dem Schutz und Erhalt demokratisch-rechtsstaatlich-offener Staats- und Gesellschafts-Strukturen. Am Ende der Liste der Gewalt bzw. der LANGEN ZEIT DER LEICHEN darf nicht die Selbstauslöschung - kollektive Selbstkreuzigung - der Menschheit stehen. Es müssen - und das ist eine conditio sine qua non - Sozialtechniken erdacht, erlernt und verbreitet werden, die helfen, die aus Thanatos schwarzen Tiefen immer wiederkehrenden Eruptionen der verwerflichen negativen Komponenten der Aggressionskonstanten des Menschen zu kompensieren und in positive Aggression umzuwandeln; und die zur Einsicht leiten, die vom Thanatos ausgehenden Impulse ins Positive zu wenden, anstatt sie unverändert direkt zu exekutieren, wenn man meint, die Gelegenheit dazu sei günstig. Die durch diese Verhaltensänderung frei werdenden, unvorstellbar großen Energien - neue Ressourcen - können eingebracht werden zur soziokulturellen Weiterentwicklung, wodurch möglicherweise der selbst-evolutionäre Schritt hinein in eine gewaltminimierte, um Größenordnungen friedlichere Daseinsform und entsprechend bessere Lebensqualität für den Menschen realisiert werden kann. Der Menschheit muß es gelingen, sich selbst zu überleben. Das Zusammenleben wird nur dann besser, wenn mehr Vernunft, Realismus, Fairness, Zivilcourage und Altruismus gelebt werden; auch wenn letzteres zusätzlich der Stabilisierung und Förderung der eigenen Reputation dient (DER SPIEGEL Nr. 51: 126-128, 20.12.2010). Freilich darf da nicht übertrieben werden. Niemand erträgt dauerhaft die totale Diktatur der Tugenden; jeder weiß, wie schwierig es sein kann, in der Diskussion mit einem notorischen Provokateur sachlich und vernünftig zu bleiben. Und jedem ist klar, wie schnell Tugendhaftigkeit in Restriktion umschlagen kann. Es soll hier auch keiner einseitigen und öden "Wissenschaftsgläubigkeit" das Wort geredet werden. Ein maßvoll gelebtes und kontinuierlich selbstreflektiertes positives Irrational-Sein wie Spielen, Nonsens, Blödeln, Gaudi, Witz, Märchen, Fantasy, Sagen, Humor, Kabarett (Dieter Hildebrandt, Polt, Biermösl-Blosn, Django Asyl, Bruno Jonas), Komik (Wilhelm Busch, Karl Valentin & Liesl Karlstadt, Walt Disney, Stan & Olli, Goscinny & Uderzo, Loriot), Spontaneität, Ehrgeiz, Schlamperei, Sport, Bergsteigen, Klettern, Ziellosigkeit, Tagträumerei, Wirtshaus- und Bistro-Sitzen, Fasching, Weinseeligkeit, a kloane Wiesn, a wengerl Mode & Chic, Urlaub, Liebe, Sex, Hoffen, Optimismus, Begeisterung, Staunen, Abenteurertum, Experimentieren, Ludwig II, Romantisieren, Sentimentalität, Sturm & Drang, etc. ist unbedingt notwendig. Ohne positive Irrationalität wären Musik, Malerei, Schriftstellerei, Theater, Oper und Kino um vieles ärmer und Edmund Percival Hillary wäre es nicht möglich gewesen, am 29.05.1953 seinen Fuß auf den Gipfel des Mount Everest zu setzen. Positive Irrationalität beflügelt auch den technischen Fortschritt und die Wissenschaften; dazu nur zwei Beispiele von vielen: ohne Ehrgeiz, Begeisterungsfähigkeit und Optimismus hätte im Jahr 1969 der Mensch nie den Flug zum Mond unternommen; Tagträumerei war es, die dem Chemiker August Kekulè von Stradonitz im Jahr 1865 eine Assoziation von der Ringstruktur des Benzol-Moleküls vorgaukelte. Bei positiver Kreativität und Intuition ist es allerdings anders: von beidem kann es nie genug geben. Aber alles Weitere - von Aberglaube, Akupunktur, Astrologie über Esotherik, Handauflegen, Hexerei, Homöopathie, Intelligent Design, Kreationismus, Okkultismus, Schamanie, Telepathie, Übernatürlichkeit, Weltuntergang im Fernsehen und Weissagung - bis hin zur hier gegen Ende erst- und letztmalig genannten Religion, die ich als inzwischen längst überholtes und gefährliches, weil beton- und eises-starr gebliebenes Denk- und autoritär-patriarchalisches Herrschafts- und Unterdrückungsmodell mit Wurzeln in den Anfängen der Entwicklung der Menschheit interpretiere - muss auf ein vernünftiges und erträgliches Maß reduziert, letzteres vielleicht sogar wegen seiner Gefährlichkeit aufgegeben und begraben werden (Entreligionisierung), weil der Mensch damit der Gefahr zu nahe kommt, sich selbst und andere zu sehr einzuschränken, zu verletzen, zu versklaven, zu verselbstleugnen, zu erniedrigen, zu entselbsten, kleinzuhauen und abzuwürgen; ausserdem hatte genannte Weltanschauung noch nie vernünftige Antworten auf drängende Fragen der Zeit und ist wegen ihres den freien Menschen entwürdigenden totalitären Anspruchs - wie alle anderen Weltanschauungen auch - unbrauchbar; sie verbreiten in endlos scheinender Wiederkehr nichts anderes als metaphysische Placebos. Die Tatsache, dass kraft dogmatischer Festlegung mit dem Taufritual alle Mitglieder Zeit ihres Lebens an diese weltanschaulichen Organisation gebunden sind, ist mit dem freien Willen und der Selbstbestimmung eines Menschen unvereinbar. Freilich bin ich mir bewusst, dass auch solche Weltsichten und Pseudowissenschaften in begrenztem Maße selbstheilende und stärkende Kräfte - ähnlich dem Placeboeffekt und der Meditation - aktivieren können. Aber ich bin mir noch nicht darüber im klaren, was anstelle der Weltanschauungen treten soll, wenn sich tatsächlich nachweisen lässt, dass die meisten Menschen ohne Glauben im Leben nicht zurechtkommen: weil parallel zu den Aggressions-, Dummheits- und Manipulierbarkeitskonstanten, die selbstverständlich auch mich selbst betreffen, auch noch eine Glaubenskonstante in den meisten Menschen angelegt ist; weil viele irrtümlich meinen, für ihre diesseitigen Mühen und Plagen eine Belohnung im Jenseits verdient zu haben. Carpe diem: genieße nach getaner Arbeit das Leben, denn es ist später, als man denkt. Lerne das Schöne exzessiv erleben. Die allermeisten Menschen brauchen einen Teilausgleich in Form von möglichst vielen und intensiven Glücksgefühlen, weil sie wegen einer überall und für alle geltenden, unausweichlichen und stocknüchternen Gewissheit, nämlich dem gesicherten Wissen um ihre Vergänglichkeit und grandiose Verlassenheit, sich nachhaltig tief gekränkt, zurückgesetzt, dauerhaft geängstigt und tief deprimiert fühlen. Das ist eine der Konsequenzen aus der evolutionären Entwicklung des menschlichen Gehirns: der Fähigkeit des Intellekts zum Bewusstsein, zur Empathie und zur Reflexion, in Folge dessen der Mensch die Daseinsfragen formulieren und er schaudernd und erschrocken seine Verlassenheit erkennen konnte, aus der einerseits angstbedingt irrational-problematische Haltungen wie Glauben und Hoffen - und daraus entwickelte Weltanschauungen mit all ihren bekannten Nachteilen und Gefahren - , andererseits neugierig-rationale Positionen wie logisches Fragen und tiefes Nachdenken - das Philosophieren: alles ergründen wollen - entstanden. Dieses meines
Erachtens erstaunliche Verhalten des Gekränktseins
gründet zum einen wiederum in der Irrationalität des
Menschen und zum anderen darin, dass er sich über
Jahrhunderte hat gerne belügen lassen, er sei die Krone
der Schöpfung, seine Seele sei unsterblich und
"seine" Erde, um die sich wie
selbstverständlich und wie von ganz alleine alles dreht,
sei natürlich die Zentrale aller Welten. Aber bei der
Durchmusterung der neu erkannten Horizonte - die aktuell
erkenn- und interpretierbare Wirklichkeit - bleibt dem
Vernünftigen nur mehr die Demut, denn es hat sich
herausgestellt, dass in der Natur das Glücklich-,
Zufrieden- und Erfülltsein und ein vermeintlich
sinnstiftendes Auserwähltsein des Menschen durch
göttliche Vorsehung nirgendwo erkennbar ist; es werden
keine Gesetze oder Argumente gefunden werden können, die
dies belegen; auch solche werden nie gefunden werden
können, dass die Natur so etwas wie den Menschen
braucht: er ist für sie nicht systemrelevant. Sein Platz
im Multiversum ist nur ein beliebiger, seine Lebenszone
im Sonnensystem ist erschreckend schmal und immerfort
gefährdet, sein Dasein zufällig; seine Herkunft liegt
nach Erkenntnis von C. Darwin nachweislich im Tierreich,
evolutionär entstandene biologische Programme und das
Unbewusste (S. Freud und C. G. Jung) schränken
nachweislich seinen freien Willen recht oft ein,
Diversität und Qualität seines genetischen Materials
sind nur Mittelmaß (DIE ZEIT 40: 1 vom 29.09.2011), das
Dasein gelingt nur, wenn er beständig anderes Leben
frist und verdrängt, seine durchschnittlichen
Eigenschaften stagnieren seit Anbeginn seines Daseins und
sind alles mögliche, nur nichts Besonderes im positiven
Sinne. Höflich gesagt ist das nur ein sehr bescheidener,
beschämender und unbefriedigender Dauerzustand. Und auf
lange Sicht werden, wie das Prinzip von Radiation und
Extinktion in der irdischen Bioevolution zeigt, alle
seine Artgenossen tot sein. Es gibt keinen Zweifel daran,
dass die Walze der Zeitlichkeit auch mit dem kleinen
Häuflein Menschheit mit all seinen technischen und
energetischen Prothesen keinerlei Probleme haben wird.
Kann schon sein, dass ein Teil der Menschheit die Folgen
großer Meteoritenimpakte, Vulkanausbrüche, Erdbeben und
selbsterzeugter ökologischer Krisen übersteht.
Möglicherweise noch vorhandene Reste seiner
Hinterlassenschaften verschmoren - wenn die Sonnenmasse
dazu ausreicht - in ca. sechs Milliarden Jahren zur
Unkenntlichkeit in der Photosphäre der Sonne im Stadium
des Roten Riesen und werden anschließend von den
Gammablitzen ihres Supernova-Stadiums subatomisiert.
Sollte die Sonnenmasse zu gering sein, erstarren genannte
anthropogene Relikte über Jahrhundertmilliarden in einer
kosmischen Kältewüste. Wie dem auch sei: alles weitere
schluckt später eines der Schwarzen Löcher im All, die
in ca. 10exp100 Jahren verdampft sein werden (GEO 02:
70-83, 2012). Das wars dann auch schon; da bleibt von der
Menschheit nicht mal ein Stäubchen Asche; als wäre kein
Mensch jemals gewesen; alle Zeitfenster werden sich dann
in unendlich gleichgültiger Unbelebtheit immerfort
geschlossen haben: Aus die Maus, Schluss die Nuss. So
kann das Gemälde von Caspar David Friedrich "Das
Eismeer oder die verlorene Hoffnung" auch gedeutet
werden. Die Standardmodelle der Historischen Geologie und
Kosmologie lassen überhaupt keinen Zweifel daran, dass
es auf ganz lange Sicht für den Menschen kein happy end
geben kann; ausser er versucht auf gut Glück anderswo
weiterzusiedeln, indem ein Teil von ihm sich rechtzeitig
auf eine lange Reise ins Ungewisse in den extrasolaren
Raum begibt und versucht, auf einem anderen Planeten -
der bestimmt keine zweite Erde sein wird - das Dasein ein
wenig zu verlängern. Dieser latente Daseinsschmerz wegen
eines und diese Weltangst vor Totalentwurzelung (Simone
Weil) und einem unermesslichen singulären Nichtsein in
Unendlichkeit in alle Zukunft - dieser "horror
vacui" im übertragenen Sinne - kann nur dadurch
gemindert werden, dass der Mensch versucht, wirksamere
und wahrhaftigere, qualitativ bessere Formen des
Zusammenlebens und des Kommunizierens als die derzeitigen
zu entwickeln, umzusetzen und zu leben; siehe vierter
Absatz. Dass dies dringend nötig ist, zeigt auch die
weite Verbreitung seelischer Erkrankungen wie Depression,
Angst und Zwang mit implizitem Drogenmißbrauch. Kurzum:
seid doch freundlicher und fairer zueinander! Aus der nur durch
Nachdenken erschlossenen maximalen Wertschätzung des
Menschseins, abgeleitet aus dem Begreifen, Annehmen und
Verinnerlichen seiner Singularität, Verletzbarkeit,
Fragilität und grenzenlosen Verlassenheit, kann nichts
anderes erwachsen als eine unüberwindbare gedankliche
Barriere bzw. Hemmung, verwerfliche anthropogene Gewalt
zu praktizieren; und der Wunsch, jedes Dasein so
friedlich, freundlich, angenehm, fair und schön zu
gestalten wie irgend möglich. Siehe Epikur. Dann
stünden wir nach Jahrtausende langen gefährlichen
Irrlenkungen durch diverse Weltanschauungen endlich vor
den ganz irdischen Toren unseres "Garten Eden". Dieser Text wird
ständig fortgeschrieben und so lange verbessert, Quellen &
Literatur: Erster Entwurf: November 2008; online: 01.01.2011; letzte Ergänzung: 11.02.2012 Dr. Hubert Engelbrecht |
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