München, den 03.11.2011

 

An die

........ ............ für .................

und die Fachsektion ......

Absender:

Dr. Hubert Engelbrecht

Betreff: Beschwerde

Sehr geehrte Damen und sehr geehrte Herren der Deutschen ............ ... ................ und der Fachsektion ......,

Ich bin seit 1979 als Mitglied Nr. ... in Ihrer Einrichtung eingetragen. Mir ist die Szene noch in Erinnerung, als Professor Dr. ..... ......., damals Institutsleiter am .... der ... ......., in einer Vorlesung diese Einrichtung vorstellte und Aufnahmeanträge an uns Studenten verteilte. Gerne las ich in meinen Studentenjahren die Beiträge in den Nachrichten und der Zeitschrift.
Das nun folgende richtet sich in erster Linie an die Präsidenten, Beiräte, Organisatoren und Kommunikatoren dieser eingetragenen Gesellschaft, die in den vergangenen 20 Jahren dort ihre Ämter führten.

Mit großer Ausdauer und großem Elan habe ich - nach Jahren passiver Mitgliedschaft als Student und Diplomand - in einem Referat, mehreren Kurzfassungen und einem Aufsatz (letzter Beitrag in .... 148/3-4: 523-546) von 1991 bis 2011 mein Projekt in der Südtoskana (Monticiano-Roccastrada Gebiet) vorgestellt und versucht, meine Deutungen dazu ins Gespräch zu bringen.
Im April 1999 stellte ich die ersten 1000 Zitate samt den damit verknüpften Suchbegriffen in einer open-source Referenzliteraturdatenbank bei einem Provider selbst online, nachdem Vertreter einer Fachsektion Ihrer Organisation auf einer Konferenz am 02.12.1997 in Göttingen meine Datenbankarbeit wegen fehlender Daten-Normalisierung zwecks Vermeidung von Redundanzen schlecht geredet hatten und obendrein nicht garantieren konnten, dass mein Name als Alleinautor der Daten genannt sein wird, wenn die Datenbank auf einem ihrer Server installiert würde.
2006 erreichte ich, dass das Werdenfelser Land von der Akademie der Geowissenschaften zu Hannover zu einer der bedeutendsten Geotoplandschaften Deutschlands erklärt worden ist. 2008 setzte ich den „Virtuellen Geopark Werdenfels“ ins Netz. 2010 machte ich die Vorschläge, den „Geopark Nördliche Kalkalpen“ zu gründen und das Konzept von Parental- und Filialgeotopen einzuführen.
Ich publizierte in mehreren internationalen Fachzeitschriften über den ersten Fusuliniden-Fund im Verrucano, über paläozoische Kontinentalrandsedimente (heterope Tempestit-Turbidit-Abfolgen) in der Toskana und über den ersten Fossilharzfund im Helvetikum. Weiteres finden Sie in meinem Lebenslauf im Netz.
Ich bin Mitglied bei Marquis Who’sWho (in the World - seit 2010-2012 - [Rubrik Naturwissenschaften] - davon habe ich Sie am 17.01.2010 informiert, was Ihnen kein feedback Wert war - und in Science and Engineering - seit 2011-2012).

Sooft ich neben meinen sozialen Aufgaben Zeit finde und sobald ich die immer wiederkehrenden Alltagsangelegenheiten abgearbeitet habe, widme ich mich ganz meinen Lebensthemen: der Geologie und der Umwelt. Schon als 10jähriger habe ich Steine, Mineralien und Fossilien gesammelt; auf den Bergen, in den Felsen und im Eis bin ich im Paradies. Inzwischen habe ich das Sammeln und Ordnen auch auf Literaturzitate und interessante/schöne Steingebilde und Landschaftsteile ausgeweitet. So gut ich kann, informiere ich die Allgemeinheit darüber und versuche, die tiefere Bedeutung von Stein der Öffentlichkeit verständlicher zu machen: dahingehend, dass im Sediment die natürliche Klima- und Umweltgeschichte gespeichert ist, deren Verlauf sich inzwischen mit modernen wissenschaftlichen Untersuchungsmethoden annähernd korrekt extrahieren lässt; die nach neuesten Erkenntnissen gegebenen Interpretationen dieser Daten sind für die zukünftige Lebensweise des Menschen von essentieller Bedeutung. All das tue ich pro bono, um Menschen die Themen Stein und Umwelt zugänglicher zu machen und näher zu bringen; all das ist selbst finanziert worden aus meinem Minimalbudget; ich habe auf vieles andere Angenehme und Bequeme verzichtet. Eigenlob ist mit Sicherheit von Natur aus prekär: aber solch ein Verhalten, so meine ich guten Gewissens behaupten zu können, ist authentisch.

Auch wenn folgendes gerne verdrängt wird: Staubtrockene und ultrakalte, nahe 0°K geführte akademisch-sachliche Korrespondenz zwischen Mitgliedern einer eingetragenen Gesellschaft und die daraus resultierenden Beziehungen haben, da sie zwischen Menschen und nicht zwischen seelenlosen Automaten bestehen, nach Erkenntnissen des Kommunikationswissenschaftlers Prof. Schulz von Thun stets auch emotionale Minimalkomponenten. Sich positiv-synergetisch entwickelnde Beziehungen sehe ich charakterisiert durch faire und ausgeglichene Gegenseitigkeit: seit über 20 Jahren bin ich in Ihrem Verein engagiertes Mitglied, bin aber für meine Aktionen, die ich oft nahe an und einige Male auch im Grenzbereich meiner Belastbarkeit ausführte (weil ich mich so sehr beeilte und anstrengte), nie gelobt worden. Sogar stur-autoritär geführte Wirtschaftsbetriebe haben inzwischen die positiv-förderliche Wirksamkeit objektiv gerechtfertigten und angemessenen Lobes für Mitarbeiter erkannt, indem sie z. B. Leistungszulageprämien vergeben. Ich weiß, dass ich in diesen 20 Jahren immer mehr getan habe als nur den „Dienst nach Vorschrift“ passiver Mitglieder. Lob motiviert, nicht Loben - egal ob absichtlich oder unabsichtlich - zerstört.

Möglicherweise denken Sie an dieser Stelle nun, dass - verglichen mit den hunderte Zeilen langen Publikations- und Projektlisten anderer Kollegen/-innen - meine geleisteten geologischen Arbeiten zu gering waren und zudem uninteressant. Neben der meßbaren Menge und Qualität erbrachter wissenschaftlicher Arbeit und der dazu benötigten Zeit ist aber auch entscheidend, mit welchen Mitteln und unter welchen Voraussetzungen und Gegebenheiten wissenschaftliche Ergebnisse entstanden und welche Folgen diese Tätigkeiten für alle Mitmenschen der Wissenschaftler hatten. Lesen Sie im folgenden, wie das bei mir war:

meine Diplom- und Doktorarbeit befasste sich mit der Geologie des südtoskanischen Verrucano i.s.l., ein bekannterweise sehr kompliziertes Thema. Freilich dauerten meine Arbeiten damals ungewöhnlich lange (August 1980 - Sept.1996), was mir selbst überhaupt nicht recht war und mir allergrößte Angst bereitete, weil mir von Anfang an ganz genau bewusst war, dass meine beruflichen Chancen immer geringer werden, je länger ich brauche. Ein wesentlicher Grund hierfür waren meine „akademischen Betreuer“, zuerst ein Geochemiker (Verbürgte Zitate: ...Falleri Fallera: Valleriit..."; ... und hier sehen Sie unter dem Mikroskop den - etwas unanständigen - Pimmelit", Wer lacht da?") und später ein Erzmineraloge (der eine Vorliebe hatte für wissenschaftliches Arbeiten nach Herrenmenschen- und Großwildjägerart in diktatorisch regierten Ländern). Beide konnten mich betreffend den hier maßgebenden geowissenschaftlichen Disziplinen Stratigraphie, Sedimentologie, Paläontologie, geologische Landesaufnahme, Tektonik und Metamorphose nur ganz selten sachlich kompetent beraten. Verbürgte Zitate: „Die intellektuelle Herausforderung des Poggio al Carpino“; „Jeder Stein ist ein Dokument“; „Aber Herr Engelbrecht! Die Geologie Ihres Kartiergebietes ist einfach!“; „machen Sie mal, aber im Schweinsgalopp“; „in sechs Wochen sind Sie fertig!"; „schreiben Sie 100 Seiten, dann haben Sie es geschafft“; „Weiter so!“; „Zeige Deine Wunde!"; „Kartierknecht“; „glaube ich nicht!“; " ...habe gerade keinen Rotstift zur Hand", „wann sind Sie endlich fertig?“; „was wollen Sie zeigen?“; „Die in Ihrer Dissertation so ausführlich besprochene Fachliteratur zur geologischen Grenzziehung zwischen den Kontinenten Afrika und Europa ist doch nur in pseudowissenschaftlichen Fernsehsendungen von Interesse“; „wenn Sie Conodonten brauchen, dann gehen Sie doch rüber zu den Paläontologen und holen sich welche!“. Bezeichnend war auch, dass der zweite „akademische Betreuer“ damals auf die Realisierung des von der Diplomstudienordnung vorgeschriebenen ganztätigen Kurses „Anleitung zum wissenschaftlichen Arbeiten“ keinen Wert legte.

Und ich war damals gewiss nicht der Einzige, der mit der Fertigstellung seiner Diplomarbeit an diesem Fakultätsinstitut Probleme hatte: denn es war damals über die Jahre ein "Diplomarbeit-Abgebestau" entstanden: am öffentlichen Schwarzen Brett in einem der Flurgänge dieser Einrichtung hing die offizielle Bekanntmachung der Fakultätsleitung vom 12.11.1984, dass am 26.11.1984 ca. 75 Altdiplomanden vor ein Gremium befohlen werden, das ultimativ festlegen wird, wann sie ihre Diplomarbeiten abgeben müssen. Tatsächlich versammelten sich zum Termin all diese Studenten vor der geschlossenen Türe dieses Besprechungsraumes, in dem das Gremium saß und auf sie wartete. Es gab keine festgelegte Reihenfolge, in der die Studenten einzeln vorgelassen, befragt und terminiert wurden. Die entwürdigende Prozedur dauerte meiner Erinnerung nach ca. 2 Stunden. Ich war der Letzte, der antrat. Kommentar: es bleibt unerklärbar, wie innerhalb von ca. 2 Stunden entschieden werden konnte über die Dauer der Fertigstellungen von ca. 75 Diplomarbeiten; all das hatte mit Vernunft rein gar nichts mehr zu tun.
Es wäre besser gewesen, wenn das Gremium anders gehandelt hätte: seine "Experten" und "akademischen Betreuer" hätten besser einen höheren Grad an Selbstreflektion erreichen sollen und hätten dann erkannt, dass in den meisten Fällen sie selbst der Grund für die zeitlichen Verzögerungen betreffend die Fertigstellung vieler Diplomarbeiten waren. Anstatt die Studenten vorzuführen und streng zu tadeln, hätte das Gremium beraten sollen, wie es die Qualität der wissenschaftsdidaktischen, kommunikativen und betreuerischen Fähigkeiten seiner einzelnen Mitglieder verbessern kann, damit die Studenten das nötige Wissen besser vermittelt bekommen, rascher umsetzen und somit ihre Arbeit schneller beenden können. Das Gremium hätte dabei auch die Anzahl der Betreuten pro Betreuer begrenzen können; denn "Massenbetreuung" - wie z. B. 10 Diplomanden und 3 Doktoranden für einen Betreuer - bedeutet immer Qualitätsverlust. Dazu hätte auch die sofortige Korrektur folgender Ansichten eines dieser "akademischen Betreuer" gehört, dass es überhaupt kein Problem sei, pro Tag 1 km² zu kartieren und dass jeder Geologe jeden Aufschluß nur ein einziges mal untersuchen darf und er dabei die gesamte geologische Situation für alle Zeiten richtig erkannt haben muß; dies wurde tatsächlich zu meinem großen Erstaunen damals im Kurs "Kartierkunde für Anfänger" auf dem Katheder vor den Studenten geäussert. Niemand widersprach damals.
Aber die Hierarchie - der Ober sticht den Unter - ermöglichte, dass man aus Opfern Täter machte und dass alles beim Alten blieb. Es kann und es darf nicht sein, dass solche "Wissenschaftler" ein größeres Problem als die Wissenschaft selbst sind.
Notabene: Mit ihrer Inkompetenz und Schlamperei haben die "akademischen Betreuer" die Landesversorgungsbehörden finanziell entlastet, denn erstere wussten, dass eine Überschreitung der Regelstudienzeit automatisch eine massive Minderung der Rentenpunkte der Studenten zeitigt. Diese Tatsache hat mein "akademischer Betreuer" nie angesprochen; das war ihm wohl auch egal.

Brainwaisting: Es gab Studenten und Doktoranden, vor deren wissenschaftlich-geistigen Qualitäten ich großen Respekt hatte: Thilo B., Nikolaus G., Clemens von S., Michael H., Ullrich S. und andere. Das waren keine Auswendiglerner, die hatten wirklich was drauf. Keiner von denen konnte sich auf Dauer in genannter Fakultät halten oder wurde entsprechend seiner Begabung gefördert. Die Gründe hierfür liegen klar auf der Hand: es wurde alles erfolgreich getan, damit bestimmt kein besserer nachkommt.

Information zum Einlesen in die geologische Literatur betreffend Diplomarbeit und Diplomkartierung erhielt ich damals vom ersten „akademischen Betreuer“ erst auf Anfrage zugesteckt: in Form einer handbeschriebenen halben DIN A4 Seite mit ein paar Literaturzitaten. Meine beiden Betreuer wussten auch nicht, in welchen Monaten man am besten - vor dem 1.5. und nach dem 31.09. - wegen der Temperaturen in diesem mediterranen Gebiet kartiert. Essentielle Punkte der bei der offiziellen Einführungsbegehung von den beiden „akademischen Betreuern“ erläuterten geologischen Sachverhalte erwiesen sich später als falsch oder unpraktikabel; hier ein paar Zitate nach Feldbuch-Mitschrift: 01.03.1980: „Die Stoffinhalte der Antimon- und Quecksilberlagerstätten der Südtoskana stammen primär synsedimentär schichtgebunden aus altpaläozoischen Formationen, die Sie im Gebiet Monticiano-Roccastrada finden und kartieren sollen"; „Die Ligurische Serie ist dem Calcare Cavernoso überschoben worden.“ „Die Farma Formation entstand in einem Flyschtrog.“ 02.03.1980: „Der südtoskanische Verrucano ist ein Transgressionskonglomerat, das tektonisch diskordant auf herzynisch gefalteten, lokal überkippten Formationen liegt“. Beide „akademischen Betreuer“ hätten besser vorab im Gelände sorgfältig nachprüfen sollen, was sie in diversen Artikeln in Fachzeitschriften nur lasen und vor ihren Diplomanden dann auswendig aufsagten. Weil ich mit dieser Information nachher bei der Kartierarbeit im Gelände überhaupt nicht zurecht kam, musste ich damals als blutiger Anfänger das meiste mir selbst erarbeiten, die völlig neuen geologischen Situationen zu verstehen versuchen und - nach zahllosen und zeitraubenden Irrwegen - alle bedeutenden Entscheidungen im Gelände und am Schreibtisch - mit klopfendem Herzen und kaltem Schweiß auf der Stirn - alleine treffen, nachdem mich andere Fachkräfte des Institutes - unter ihnen auch ein Tektoniker des Hauses mit jahrzehntelanger Kartiererfahrung auf einer nahegelegenen Ferieninsel im Toskanische Archipel - in Stich gelassen hatten; letzterer stellte beim zweiten "Beratungsgespräch" ganz absichtlich derart kompliziert und streng formulierte Fragen, dass ich auf eine weitere „Beratung“ dort gerne verzichtete. Erst Jahre später begriff ich, dass es diesem Tektoniker nur darum ging, selbst erlittenen Distress weiterzureichen und sich indirekt zu rächen: indem es ihm mittels seiner perfektionierten Frustrations-, Einschüchterungs- und Angstverbreitungstechnik nur darum ging, Studenten seines ehemaligen sehr gestrengen Betreuers - dieser stellte nach freiwilliger Auskunft des Beraters unerfüllbare Ansprüche an seine Habilitationsarbeit - hinauszuekeln und so das wissenschaftliche Niveau des Nachwuchses seines ehemaligen Betreuers zu senken und das des seinen zu erhöhen. Ein weiteres Hemmnis war, dass wegen all der von den Verantwortlichen nicht revidierten wissenschaftlichen Falschinformationen unter den Betreuten große Verwirrung, Frustration, Verweigerung und leider auch Streit entstand, sodass Zusammenarbeit erschwert war und sich keine positiven Synergien entwickeln konnten; so wurde auch immer mehr - z. T. notgedrungen - abgeschrieben und bei den Datenerhebungen gefälscht; logisch, dass viele andere spotteten und das Unterfangen in den geowissenschaftlichen Fakultätskreisen schließlich nicht mehr ernst genommen wurde. Die geowissenschaftlichen Wirrnisse in diesem Gebiet hatten solche Ausmaße erreicht, dass niemand mehr in der Lage war, die tatsächlichen Probleme korrekt zu formulieren. Trotz allem lockte mein zweiter "akademischer Betreuer" weitere Studenten in die Arbeitsgruppe, indem er absichtlich die Falschmeldung verbreitete, dass das geologische Kartieren im besagten Gebiet problemlos sei.
Bezeichnend für die miserable Betreuung werden folgende verbürgte Situationen gebracht:
- Bei der Zwischenbegehung am 28.09.1980 nachmittags: "Sie müssen hier die geologische Einheit Detritus und nicht die Einheit Verrucano in Ihr Kartenblatt einzeichnen, weil Sie doch hier am Straßenprofil sehen, dass die Mächtigkeit des Schutts mehr als 2m beträgt", herrschte mein erster "akademischer Betreuer" mich an. Ich entgegnete empört: "Aber wie soll ich das praktikabel handhaben? Straßenanschnitte sind hier auf meinen 12 km² Kartiergebiet nur sehr selten vorhanden und ich kann nicht alle paar Meter eine Bohrung per Hand vornehmen, um nur die Mächtigkeit rezenten Schutts festzustellen".
- Bei der Diplomkartierungs-Abschlußbegehung am 02.11.1981 zwischen 7.30 Uhr und 11.45 Uhr: Mein zweiter "akademischer Betreuer" äusserte im Verlauf folgendes: "Hier ist es, das paläozoische Basement. Es steht in Ihrem Kartiergebiet an. Suchen Sie es auf!". Dabei zeigte er auf ein rezentes fluviatiles Geröll, bestehend aus Bänderamphibolith. Drei Tage später hatte ich den pointsource, die Punktquelle aufgefunden: sie befand sich ca. 5 km westlich ausserhalb meiner Kartiergebietsgrenze in ligurischen Serien, wo diese tektonisch zerscherten Metagabbros anstanden; dies hatte mit den Formationen in meinem Kartiergebiet nichts zu tun.
- Bezeichnend hierfür auch der Verlauf einer nur wenige Minuten dauernden wissenschaftlichen Beratung durch eine kompetente Fachkraft, die ich fragte, ob in den Dünnschliffen Merkmale vorliegen, die auf Porphyroide hinweisen. Denn mein "zweiter Betreuer" war nach oben erwähnter Abschlußbegehung vollkommen überzeugt davon, dass diese in meinem Kartiergebiet vorhanden seien. Die Fachkraft sah ins Mikroskop, schüttelte erst verwundert, dann ärgerlich den Kopf und sagte unwirsch-genervt, es handele sich nur um ganz normalen, unsortierten Quarzsandstein. Dann schickte er mich - ziemlich indigniert - vor die Türe. Was natürlich didaktisch falsch und psychologisch unklug war: er hätte nach den Gründen fragen können, warum ich danach suche und mir nach Klärung der Fehler bessere Alternativen aufzeigen können.
- Bezeichnend auch die Jahre später erfolgte peinliche Erkenntnis, dass die unter Beisein des zweiten "akademischen Betreuers" samt seinen Doktoranden erfolgte Probenahme in Karbonatschichten - zwecks Suche nach Conodonten - nicht in altpaläozoischen Formationen, sondern in Calicheablagerungen der terrestrisch-flachmarinen Verrucano-Gruppe der mittleren Trias erfolgt ist. Noch peinlicher, dass diese Proben ins Labor vom Geologischen Institut in Pisa gebracht und dort tatsächlich untersucht wurden.

Es ist doch nur so akademischer Erfolg und positive wissenschaftliche Entwicklung garantiert, wenn der betreuende Geologieprofessor vorab sich gründlich kundig gemacht hat, was seine Betreuten zu bearbeiten haben: kein Chef kann Blanko-Kartiergebiete an Diplomanden zur Bearbeitung vergeben, die er nicht zuvor in jeder Hinsicht gründlich studiert hat, um 1) ihre Schwierigkeitsgrade und Zumutbarkeit abzuschätzen und 2) eine verlässliche Arbeitsanleitung für seine Diplomanden zu erstellen, damit sie anhand dieser Anweisung die Geologie der Kartiergebiete verlässlich entschlüsseln können. All das ist nicht geschehen und so kam es, dass alle Kandidaten bis auf einen frustriert das Handtuch warfen.

Bei den wenigen Besprechungen, die ich mit meinem zweiten akademischen Betreuer hatte, störte mich sehr, dass er nie eine Lesebrille zur Hand hatte, mittels der er die Details in meinen Profilen und geologischen Karten besser hätte erkennen können. Die Frage, ob er nun nun prinzipiell keine Lesebrille für nötig hielt oder ob er meinte, meine Aufzeichnungen seien des genaueren Hinsehens nicht wert, kann nur er selbst beantworten. Ehrlich gesagt, auch diese damit überdeutlich zum Ausdruck gebrachte Geringschätzung meiner Arbeit machte mich wütend.

Der zweite "akademische Betreuer" versuchte alles, um mich von weitergehenden Forschungen abzuhalten und so das Erreichen weiterer wissenschaftlicher Befunde zu verhindern; dazu zwei Beispiele:
- "Ab jetzt haben Sie Bibliotheks-/Kartierverbot!";
- "Nun sagen Sie doch schon: sind Sie nicht lieber beim Baden am nahegelegenen Tyrrhenischen Meeresstrand als beim Kartieren im Farmatal?", fragte er meine damalige Lebensgefährtin und heutige Ehefrau, die mir mit großer Geduld bei der mühsamen Arbeit half. Natürlich erteilte sie ihm eine Abfuhr.

Meine von den „akademischen Betreuern“ später beharrlich ignorierte Revisionskartierung Farmatal für die Dissertation offenbart neben meinen eigenen Fehlern auch klar die mangelhafte Qualität ihrer bei den diversen „Abschlußbegehungen“ abgenommenen Diplomkartierungen, die v. a. auf die ungenügende Qualität ihrer „Betreuung“ zurückzuführen ist. Obendrein hatte ich die Resultate solcher und weiterer Diplomarbeiten - sofern übernehmbar - in meine Dissertation einzubauen und dazu eine Synthese zu erstellen. Das sklavische Abhängigkeitsverhältnis zu meinem zweiten „akademischen Betreuer“ empfand ich als unerträglich, entwürdigend, unmenschlich; er hat es in seiner autoritären Art zur Gänze ausgenutzt; er hat seinen Doktoranden erst selten und dann - je mehr er sich mit dem wissenschaftlichen Problem auseinandersetzte - gar nicht mehr gelobt, sondern nur mehr getadelt und gemobbt.
Eine seiner unfairen Uberraschungs- und Verunsicherungstaktiken war einfach und wirksam: Termine für Geländebegehungen verabredete er prinzipiell nur mündlich und erschien dann regelmäßig viel früher als abgemacht. Anlässlich eines dieser Termine blieb der Treffpunkt im Unklaren, sodass wir erst Stunden später zusammenfanden, was er dazu nutzte, mich vor versammelter Gruppe genüsslich zusammenzustauchen. Auch dieses Verhalten hat die Kameradschaft zwischen den Betreuten nachhaltig beschädigt und den wissenschaftliche Erkenntnisgewinn vergiftet und verzögert.
Die nach der Geländearbeit folgende umfangreiche Literatur-, Schreib- und Grafikarbeit für meine Dissertation wurde die meiste Zeit in einem Mietzimmerchen (ca. 11 m²) eines Wohnheims für Studenten und Arbeiter ausgeführt, in dem ich die Sparkunst optimierte, während mein Chef monatelang auf Exkursion in Südafrika oder mit zwei Mercedes-Geländewagen für archäologische Studien in Ägypten weilte und nicht erreichbar war, wenn ich Fragen hatte. Dazu kam, dass in einer aktenkundig gewordenen illegalen Aktion (Dez. 1989) meines "ersten Betreuers“ alle meine aus Platznot im Institut gelagerten Behältnisse mit Handstücken sowie viel geologisches Probenmaterial meines "zweiten Betreuers“ in der 2m³-Abfallgrube im Institutshof „entsorgt“ wurden. Zusammen mit Dutzenden von Dünnschliffen, Erzanschliffen, Dosen mit Gesteinspulver sowie Hunderten von Bohrkernproben aus der Gebänderten Eisenerzformation bei Sishen in Südafrika sowie quaderformierten und polierten Handstücken von Bushveld-Anorthositen habe ich dieses mit darüber gegossener, zäher Schlämm-Masse verkittete Material an fünf kalten Tagen (06.-10.12.1989) - coram publico verspottet - "Häschen in der Grube"; "Haben Sie etwa hier auch einen Aufschluß gefunden?" - und gescholten - wieder ausgegraben, dann gereinigt, zurückgebracht und weitergearbeitet. Mein „zweiter Betreuer“ hat sein Versprechen, mich dafür finanziell zu entlohnen, natürlich nicht eingehalten. Bei der damals extra einberufenen „Blitz- und Donnerkonferenz“ war ich erstaunlicher Weise nicht als Zeuge geladen; hatte mich aber währenddessen an meinem Instituts-Arbeitsplatz bereitzuhalten. Freilich hat sich mein "erster akademischer Betreuer" für sein Fehlverhalten niemals bei mir persönlich entschuldigt. Für meine eigenen, nun in vielen anderen Behältnissen befindlichen Handstücke fand ich gerade noch Platz: es war die mit Müh und Not freigeräumte Fläche unter dem Bett in dem oben genannten kleinen Zimmerchen.
Ich wurde über Jahre Ziel von Kollegenmobbing; Beispiele:
- "Gib Dich doch nicht mit diesem blöden Arschloch ab!", rief sie in ihrer Muttersprache Farsi ihrem Landsmann und Fachkollegen laut und gebieterisch zu, als mich dieser auf einem der Institutsflure in ein Gespräch über die Abgabe meiner Dissertation verwickelt hatte.
- "Ich muß Ihnen leider mitteilen, dass wir hier in unserem Hause kein Auflichtmikroskop haben; es ist aber eines gerade in Bestellung.", beschied mir kurz und knapp der Oberkonservator einer Fakultät für Kristallographie, als ich deswegen anfragte, weil ich einen Einschluß in einem Gestein genauer untersuchen wollte.
- "Nein, ich habe keine Fragen an Sie, aber ich mache wirklich gerne Urlaub auf Sardinien!", sagte mir ein Professor für Hydrogeologie, als ich ihn - vertieft in mein Poster - ansprach, ob er Fragen zu meiner strukturgeologischen Karte vom westmediterranen Raum habe.
- "Eine Datenbank für Umweltgeologie bieten Sie an? Was soll denn das? Was soll ich damit? Damit können wir nichts anfangen". Beschied mir ein Professor für Hydrogeologie beim Gesprächstermin, den ich erst nach Wochen und nach mehrmaliger Anfrage erhielt.
Notabene: die meisten meiner ehemaligen Mitstudenten und "Kollegen" haben bis heute nicht genug bekommen vom akademischen Mobbing-Leistungssport an einer Exzellenzuniversität.

Alles, was in meinen physischen und intellektuellen Kräften lag, habe ich damals mobilisiert, um die geologische Situation in meinem Kartiergebiet zu verstehen und zu klären, damit meine Dissertation mit gedanklich schlüssiger These endlich fertig wird. Ich weiß beim besten Willen keine Zeit meines Leben, die anstrengender, erschöpfender und bedrückender gewesen wäre. Die materielle Not wurde so groß, dass ich sogar zeitweilig dachte, ich müsse meine Dissertation unter einer der Isarbrücken Münchens zu Ende schreiben; und es überwältigte mich existentielle Angst. Aus Geldmangel musste ich über 5 Jahre nebenher einem Brotjob nachgehen, was die Fertigstellung der Dissertation noch weiter verzögerte: 4-8 Uhr morgens arbeiten, dann ruhen bis Mittags und anschließend weiterarbeiten an der Diss. Ich schaffte es trotzdem, weil ich nicht aufgab und weil es wenigstens einen einzigen guten Menschen gab, der damals zu mir stand und half. Es gab und gibt Universitätsprofessoren, die ihren Schützlingen helfen, im Berufsleben Fuß zu fassen. Ich durfte das nie erleben. An der TUM gab es sogar einen Professor im Bereich Strömungsmechanik, der seinen Doktoranden sogar finanziell half, nachdem die Fördergelder ausgelaufen waren, weil Konsens darüber bestand, dass das zu bearbeitende Problem in der vorgesehenen Zeit nicht zu bewältigen war.

Ich bin von der Leitung der Arbeitsgruppe Südtoskana für zwei Wochen Antimon-Quecksilber-Bodenprobenprospektion - zuweilen inmitten dichter Macchia - und 2 Wochen chemischer Aufbereitung dieser Proben im Labor - zwecks Herstellung von Press- und Schmelztabletten - mit DM 1000.- abgespeist worden; Benzingeld, Kost und Logis für die Probenbeschaffung wurden nicht bezahlt. Ansonsten gab es freilich nichts, was das Vorankommen und die materielle Situation erleichtert hätte. Trotz meiner freiwilligen Betreuungsarbeit von ca. 20 Diplomanden wurde ich von meinem zweiten "akademischen Betreuer" nie zum Essen eingeladen. Was beide "akademischen Betreuer" nicht davon abhielt, vor den Studenten über ihre kulinarischen Genüsse und Erlebnisse zu schwärmen, die sie freilich mittels Spesen ausglichen: z. B. "salt-in-boca", das in einem Edel-Fresstempel nahe Grosseto besonders gut gemundet hat. Grundsätzlich, so belehrte mich eifrig mein zweiter "akademischer Betreuer", prüfe man die Qualität eines Restaurants anhand eines der auf den Speisetischen verteilten Olivenölfläschchen der Salat-dressing-sets: weist das Olivenöl in diesem Gefäß keinen Bodensatz auf, ist das ein sicherer Indikator für weniger gute Küche und es gilt, schnell in ein anderes Lokal zu wechseln und dort erneut zu prüfen. Kommentar: Oh wenn doch nur dieser zweite "akademische Betreuer" seine Verantwortlichkeit nicht nur als Gourmet, sondern auch als Akademiker und Wissenschaftler wirklich ernstgenommen und mindestens ebenso sorgfältig die wissenschaftliche Qualität publizierter Thesen über die geologische Entstehung des Monticiano-Roccastrada-Arbeitsgebietes vorab im Gelände geprüft hätte, anstatt diese Meinungen blind-dogmatisch und vollmundig an seine ihm anvertrauten Studenten weiterzugeben! Er hätte tatsächlich viel Unheil verhindern und zum wissenschaftlichen Fortschritt beitragen können; leider ist das alles nicht geschehen. Und sein "großer Eifer" betreffend feldgeologischer Erkundung - sprich Kartierarbeit - kann aus folgender Erzählung ziemlich genau eingeschätzt werden, die er selbst zum Besten gab: anlässlich einer Exkursion war er bei einer einfachen Bergarbeiterfamilie zum Abendessen eingeladen. Es gab u. a. Braai und dazu die red sauce. Als er von ihr kostete, empfand er den Geschmack als derart scharf, dass er darüber sehr heftig in Schweiß geriet. Diese Reaktion entwickelte sich zu immer höherer Intensität, bis er erstaunt wahrnahm, wie die Innenseiten seiner Brillengläser beschlugen. Solch ein Malheur - innen beschlagene Brillengläser - , und das sagte er tatsächlich, habe er vorher nie erlebt. Als ich das hörte, begriff ich unmittelbar die Tragweite dieser unbewussten Aussage und war dann sehr enttäuscht. Denn nun wusste ich gewiß, dass mein zweiter "akademischer Betreuer" sich nie wirklich im Gelände angestrengt hatte. Zeitweilig auch innen beschlagene Brillengläser waren für mich hingegen im Gelände beim Kartieren nichts Ungewöhnliches.

Es war grauenvoll, wie mein zweiter "akademischer Betreuer" institutseigene Exkursions-Fahrzeuge behandelte: mir wurde auf dem Beifahrersitz mehrmals schlecht. So kam es, dass ich nach der letzten "Gelände-Begehung" im Juni 1989 auf eine Heimreise mit ihm gerne verzichtete.

Bei der Besprechung der Handgepäck-Checkliste für eine mehrwöchige Exkursion nach Südafrika informierte der Chef die Teilnehmer nicht, dass man zur Inbetriebnahme mitgenommener elektrischer Kleingeräte einen speziellen Adapter benötigt, der vor Reiseantritt gekauft werden muß. Trotzdem ließ es sich mein zweiter akademischer Betreuer nicht nehmen, mich dort wegen meines zwangsweise entstandenen Dreitagebartes zu tadeln.

Freilich verstehe ich, wenn Sie nun fragen, warum ich mich von solchen „akademischen Betreuern“ nicht rechtzeitig distanzierte. Es waren folgende Hauptpunkte: 1) seit dem Vergleich (1985) mit Diplomarbeiten, die von anderem Institutspersonal betreut wurden, wusste ich, dass ich mit meiner unfertigen, fehlerhaften und nur durchgewunkenen Diplomarbeit auf dem Arbeitsmarkt nirgends eine Chance haben würde und so wollte ich mich selbst unbedingt verbessern; 2) ich wollte das große wissenschaftliche Problem, in das ich hineingeworfen war und das ich noch nicht durchschaut hatte, unbedingt klären; und 3) ich wollte meinen „akademischen Betreuern“ beweisen, dass ich die Geologie besser im Griff haben werde als sie. Deshalb machte ich dort weiter. Sie sehen, dass es mir in erster Linie darum ging, Angefangenes gründlich zu bearbeiten und ordentlich zu einem für mich selbst akzeptablen Abschluß zu bringen, egal, was es an Geld, Zeit, bezahlten Jobs, „Reputation“, Karriere und Kraft kostete. Das habe ich tatsächlich geschafft. So konnte ich zur Abarbeitung eines Teils des EG-geförderten Forschungsvorhabens Nr. 109-79-9 MPP D dahingehend beitragen, dass im Gebiet Monticiano-Roccastrada silurzeitliche Porphyroide mit primär schichtgebundenen Quecksilber-Antimon-führenden Mineralisationen nicht anstehen. Da ist eine große Menge an EG-Geldern nur sinnlos verdummt, versoffen und verfressen worden.
Es war gut so, dass ich diesen ungemütlichen und unkonventionellen, nur von wenigen verstandenen und von noch wenigeren akzeptierten Weg alleine zuende gegangen bin und mich durchgesetzt habe. Und es war ganz sicher so, dass ich nicht wissenschaftlicher kompetent und nicht nach akademischer Gepflogenheit betreut worden bin.

Auch wenn ich zu alledem in den ersten Kartiermonaten (Aug.-Okt. 1980) die 9 km Entfernung von der Unterkunft im Dorf ins Arbeitsgebiet per Pedes oder Klappfahrrad zurücklegen musste, weil mein Kommilitone mir sein Auto nicht lieh, so bin ich mir freilich darüber im klaren, dass es anderen Geologen bei ihren Diplom- und Doktorarbeiten auf andere Arten temporär noch viel schlechter erging als mir. So bestand z. B. Anfang der 60er Jahre das Basislager vom Herrn Diplomgeologen Werner Zeil einige Monate lang nur aus einer Notunterkunft: ein damals nur über eine Holzleiter erreichbarer Kriechspeicher des Doppelbehelfswohnheims meines Großvaters. Herr Zeil startete von dort aus die Geländearbeiten zur Erstellung der „Geologischen Karte der Alpenrandzone bei Murnau (Oberbayern)“, die in Geologica Bavarica Nr. 20 veröffentlicht wurde. Vor solch einer Leistung verneige ich mich.

Die auf oben beschriebene Art zustande gekommenen, ganz neuen geologischen Erkenntnisse aus monatelanger, sorgfältiger Geländearbeit habe ich auf elf Ihrer Jahrestagungen präsentiert: ....... 1991, 1993-1999, 2001, 2002, 2011 (....: 46:37-38; 50: 113-114; 52:75-76; 54:62-63; ....: 1:95-96; 2:41-42; 7:37-38; 13:34; 14:52-53; 17:53-54; 21:113). Bei den Formulierungen der bis 1996 eingereichten Texte wollte mein als Coautor genannter zweiter „akademischer Betreuer“ kein einziges mal mithelfen. Zu den Jahrestagungen, bei denen ich die Ergebnisse auf Postern präsentierte, hat mich mein zweiter akademischer Betreuer kein einziges mal begleitet und mich kein einziges mal dabei finanziell unterstützt.

Freilich fiel mein 1997 bei der DFG eingereichtes Habilitationsgesuch mit Pauken und Trompeten durch; auch wegen eines Negativ-Gutachtens, das ich in verschlossenem Briefumschlag vom damaligen Institutsleiter (ein Prof. Dr. Dr. h. c.; seit 2002 Träger der Hans-Stille-Medaille, seit 2003 Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande; und Namenspatron für einen seamount in der Amundsen See des zirkumantarktischen Ozeans) ausgehändigt bekam und selbst zur DFG-Geschäftsstelle nach Bonn zu senden hatte. Zusammen mit Bewerbungsunterlagen und Absage schickte es mir der dortige Sachbearbeiter (seit 1999 Träger der Abraham-Gottlob-Werner-Medaille und seit 2001 Ehrenmitglied der ..) geöffnet und mit leicht spöttischem Kommentar (...viele kleine Fragen...) versehen zu seiner großen Entlastung zurück. Notabene 1: Das Negativ-Gutachten vom 14.06.1997 beginnt wie folgt: „Ich kenne Herrn Dr. Engelbrecht seit längerer Zeit insbesondere durch Gespräche über den Abschluß seiner Dissertation....“. Notabene 2: So arbeitete ich eben ohne Habilitationsstipendium nach meinem selbst vorgeschlagenen Programm weiter und reichte meine Ergebnisse bei der Redaktion des Geological Journal ein; nach Abarbeitung bzw. Präzisierung diverser Punkte entsprechend den Vorschlägen und Kritiken der Revision akzeptierte der Herausgeber Ian Somerville mit den Worten "It's a pleasure to accept Your paper".

Wissenschaftliche Kompetenz haben Sie ganz gewiss. Aber ich bezweifle, ob Ihre gruppensozialen Eigenschaften ausreichen, um auch engagierte Mitglieder Ihrer Gesellschaft, denen wegen eines kaum geeigneten akademischen Milieus keine Bilderbuch- oder Blitzkarriere zuteil wurde, zufriedenzustellen und im Boot zu halten. Einigen von Ihnen war bekannt, dass ich in dieser langen Zeit meine geologischen Forschungen alleine, ohne fachlich-kompetente Unterstützung/Begleitung entwickelte und nach Auslauf meines dreijährigen Doktoranden-Stipendiums im März 1989 selbst finanziell durchzustehen versuchte. Frage: Warum durfte Ende 1997 mein Aufsatz in .... 148/3-4: 523-546 damals nicht an erster Stelle - anstatt letzter - in diesem Band stehen und als das Forschungsergebnis eines damals noch jungen Geologen präsentiert werden, der sich über viele Jahre um die Grundlagenforschung wirklich große Mühe gegeben hat? Versuchen Sie doch, alleine das hierfür physisch Notwendige zu ermessen: um all die Daten aus teilweise schwer zugänglichem Gelände zu extrahieren, habe ich in Summe ca. 1000 km horizontale und ca. 35 km vertikale Strecke bewältigt. Und versuchen Sie zu begreifen, was an psychischem Standvermögen und Willenskraft notwendig war, die eigenen wissenschaftlichen Ergebnisse jahrelanger Forschungen, die mit dem etablierten Bild ganz und gar nicht konform waren, gegen ein stur-autistisches akademisches Establishment durchzusetzen!! Notabene: Inzwischen wird anerkannt, dass im genannten Arbeitsgebiet anstelle der Ablagerungen eines paläozoischen Vorlandbeckens die eines Extensionsbecken rekonstruierbar sind; und dass diese Sedimente keine tektonische Diskordanz mit jüngeren Einheiten bilden. Ich war der erste, der das anhand von Geländedaten nachgewiesen hat. Freilich können Sie nun spottend entgegnen, dass Eigenlob nicht gut riecht. Aber das ist mir in dem Fall wirklich egal.

Warum haben Sie mich Ende 1997 schon in voller Absicht als allerletztes Rad am Wagen betrachtet? Sind Ergebnisse geologischer Kartierungen für Sie nicht mehr interessant, weil nur mehr am PC modelliert wird? Oder halten Sie - Ihre Wahrnehmung selbst willentlich beschränkend - Prüfungsnoten und (Pseudo)gutachten wirklich für die dogmatisch-finalen, alles entscheidenden Bewertungskriterien, die - meinen damals noch bestehenden akademischen Karriereplan betreffend - einem Todesurteil gleichkamen?

Kurzer Exkurs: Ich blicke inzwischen aus meinem Elfenbeinturm heraus, habe auch interdisziplinär zu denken begonnen und nehme mein Dasein nicht nur als Geologe und Naturwissenschaftler sehr ernst. Das betrifft auch meine moralische, soziale und politisch-gesellschaftliche Verantwortung, der ich mit im Netz veröffentlichten Essays über aktuelle Themen nachzukommen versuche. So halte ich es u. a. für sehr bedenklich, dass die Rohstoff- und Ressourcengeologen in der Industrie ihrer Explorations- und Exploitationstätigkeit bedingungslos nachkommen; egal, wofür neu lokalisierte Bodenschätze verwendet werden. Beispiel: von der Vernunft und dem Hausverstand her gesehen exploriert niemand auf Erdöl, nur damit reiche Leute übers Wochenende billig zum shopping nach New York jetten können. Wie gedenken Entscheidungsträger an den Universitäten auf den Mißbrauch des dort vermittelten Wissens zu reagieren? (Themen Ethik, Vernunft und Moral in der Rohstoffgeologie).

Mit der Wahl meiner "akademischen Betreuer" - die beide Ihrer Gesellschaft nicht angehören - und wegen der sich daran anschließenden, oben geschilderten Entwicklung bin ich in Ihrer Gesellschaft zum Aussenseiter geworden. Die moralische Qualität einer Gemeinschaft erkennt man aber am deutlichsten daran, wie sie mit gruppensolidarisch gesonnenen Aussenseitern umgeht. Seit 20 Jahren wird mein großes Engagement in Sachen Umwelt und Geologie von Seiten genannter Einrichtung erstaunlicher Weise beharrlich ignoriert; aber das ist nur billiges, unwürdiges "blaming the outsider/stranger" und gleicht dem problematischen Verhalten meiner damaligen „akademischen Betreuer“. Das ist nicht fair gegenüber einem Wissenschaftler, der sich Mühe gibt und der es ernst meint. So lässt man heranwachsende und hoch motivierte, unabhängige Fachkräfte nicht auf Dauer hängen, bis sie im Alter gestrandet und endlich in akademischer Bedeutungslosigkeit verendet/verreckt/dekrepitiert sind. So geht man mit Kollegen, die gerne, ehrlich und obendrein aus eigenem Antrieb pro bono in ihrem Fach arbeiten, über ihren Tellerrand hinausschauen, gerne querdenken, auch mal von den langweiligen Trampelpfaden abweichen und somit kreativ zum wissenschaftlichen Fortschritt beitragen, nicht um. Sie leugnen seit 20 Jahren meinen Fleiß, mein naturwissenschaftliches Talent und lassen mich absichtlich nicht teilhaben. Sie haben all die Zeit nie wirklich zu mir gestanden und mich noch nie ernst genommen. Fassungslos stehe ich vor diesen Tatsachen, dass auch Sie mich - entsprechend meinen beiden "akademischen Betreuern" - mißhandeln: mich konsequent übergehen und es seit 20 Jahren absichtlich unterlassen, mich zu loben. Es ist richtig und konsequent, Sie dafür zu verachten. Da haben Sie nun Ihren Problemgeologen, den Sie selbst willentlich fabriziert haben und der Ihnen ganz zurecht in Ihre dreckigen Bohrlöcher kotzt! Schämen Sie sich in Grund und Boden!

Grußlos

Diplomgeologe Dr. Hubert Engelbrecht

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